Soziale Ungleichheit, Gesundheit
Das Kompetenzfeld beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit. Ziel ist sowohl die Gewinnung empirisch fundierter Erkenntnisse, als auch die Entwicklung, Implementierung und Evaluierung neuer Versorgungsansätze.
Es ist empirisch nachhaltig belegt, dass sich gesundheitliche Lebenschancen sozial ungleich verteilen, wobei grundsätzlich gilt, dass sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen, Menschen mit geringer Bildung, niedrigem sozialen Status oder geringem Einkommen auch gesundheitlich benachteiligt sind und eine insgesamt geringere Lebenserwartung haben. Führt soziale Ungleichheit zu Armut, potenzieren sich die gesundheitlichen Risiken und Probleme. Ausschluss von sozialer Teilhabe und räumliche Segregation in Armutsquartieren beinträchtigen in hohem Maße das gesundheitliche und psychosoziale Wohlbefinden der Betroffenen. Die demographische Entwicklung, auch in Verbindung mit alternden Zugewanderten, stellt ebenfalls eine Herausforderung für das Gesundheitssystem und die Gesellschaft dar. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten ist mit wachsenden Anforderungen an die Gesundheitsversorgung durch eine immer größere Zahl von chronisch kranken und pflegebedürftigen Menschen zu rechnen. Die Forderung nach einer bedarfsgerechten, patientenorientierten gesundheitlichen Versorgung und der Entwicklung von zielgruppenspezifischen Präventionsund Rehabilitationskonzepten wird bisher kaum eingelöst. Sozial Benachteiligte, wie z.B. MigrantInnen, gelten zwar als gesundheitlich besonders belastet, werden allerdings von den traditionellen Versorgungsansätzen in Deutschland oft nicht erreicht. Trotz vermehrter Forschung zu sozialer Ungleichheit und Gesundheit sind viele Fragen bisher ungeklärt - z.B. wie sich soziale Ungleichheiten in gesundheitliche Ungleichheiten transferieren oder welche Rolle ökonomische, kulturelle und soziale Bedingungen von Personen oder Bevölkerungsgruppen für die Inanspruchnahme von gesundheitlichen Dienstleistungen spielen. Ohne empirisch fundierte Kenntnisse zur gesundheitlichen und psychosozialen Situation bestimmter Bevölkerungsgruppen können Versorgungskonzepte nicht sinnvoll entwickelt werden. Zielgruppenspezifische Versorgungsansätze zur Gesundheitsförderung und Prävention sowie Rehabilitation müssen jedoch entwickelt, implementiert und evaluiert werden, um die Wirksamkeit der gesundheitlichen Versorgung und den Gesundheitszustand benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu verbessern, Kosten für Individuum und Gesellschaft zu senken und finanzielle Mittel optimal einzusetzen.
zuletzt aktualisiert am 23.12.2010E-Mail an den Autor senden


