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Lange Nacht der Wissenschaften

Die „Lange Nacht der Wissenschaften“ findet alle zwei Jahre statt. Leipzigs Forschungseinrichtungen laden hier gemeinsam mit der Stadt Leipzig interessierte Gäste in ihre Labore, Hörsäle, Magazine und Archive ein.

Die letzte Wissenschaftsnacht fand am 24. Juni 2016 statt, die nächste ist für den 29. Juni 2018 geplant.

Rückblick 2016: Wissenschaft zum Anfassen bis Mitternacht

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„Ein Kanu aus Beton? Wir dachten erst, das passt doch gar nicht zusammen! Aber weil es so schick aussieht, mussten wir einfach stehenbleiben und es uns ansehen.“ Maria und Kurt Okunik aus Koblenz waren am 24. Juni auf ihrem Weg in die Leipziger Innenstadt zufällig am HTWK-Campus vorbeigekommen – und mitten in der „Langen Nacht der Wissenschaften“ gelandet. Zu dieser fanden an der HTWK Leipzig über 40 Veranstaltungen am Campus-Süd (Karl-Liebknecht-Straße/Gustav-Freytag-Straße) und in der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik (Wächterstraße) statt. Über 1.200 Familien, junge Erwachsene und Senioren erlebten in Mitmach-Aktionen, Laborbesichtigungen und Präsentation die Vielfalt der Forschung an der HTWK Leipzig und genossen die klimatisierten Innenräume bei hochsommerlichen Außentemperaturen von über 30 Grad.

Auch der Leipziger Musiker Henning Plankl schaute sich mehrere Stunden auf dem Campus Süd der HTWK Leipzig um. Begleitet wurde er von seinem Sohn – „um ihn an die Wissenschaft heranzuführen“. Besonderen Eindruck bei Vater und Sohn hinterließ der Vortrag „Künstliche Muskeln für Roboter-Würmer“. Dieser war Teil des umfangreichen Wissenschaftsprogramms im Nieper-Bau. Ein weiteres Highlight hier waren mehrere Roboterarme, die von den Besuchern gesteuert Magnetfische angelten und Limonade einschenkten sowie das Fußballroboterteam der HTWK Leipzig, welches am Abend von Fans und „Trainern“ zur Weltmeisterschaft verabschiedet wurde. Auch bot sich für zahlreiche Interessierte erstmalig die Gelegenheit, selbst eine VR-Brille aufzusetzen und sich so durch virtuelle Welten zu bewegen. In den Laboren der Fakultät Maschinenbau und Energietechnik wiederum konnten Motoren zum Rotieren gebracht, energieautarke Sensoren per Fön mit Strom gefüttert und verschiedene Objekte in 3-D gescannt und gedruckt werden. Auch ein unscheinbares Zelt im Hinterhof des Gebäudes sorgte bei erfrischendem Sprühnebel bis Mitternacht für staunende Begeisterung: Im Wasserbaulabor war eine Miniaturversion der Talsperre Lehnmühle in der Lausitz zu sehen, an welcher live Extremhochwasser simuliert und Grundsätzliches zu Staumauern und Hochwasserschutz erklärt wurde.

Der Campus Süd erstreckte sich weiter in die Gustav-Freytag-Straße, welche am 24. Juni für alle Autos gesperrt war. Am zentralen Infostand der HTWK Leipzig und der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) gab es Zuckerwatte und Luftballons sowie einiges zu bestaunen: Ein Designer-Kleid aus Carbonbeton, ein Kanu, ebenfalls aus Carbonbeton – welches wenige Wochen zuvor bei einem internationalen Betonkanurennen mehrfach Gold gewonnen hatte – ein Deichbruchmodell, ein dem Hundertfüßler nachempfundenen Roboter … Spielfreudige konnten gegen den aktuellen Stadtmeister im Schach antreten oder ihr Wissen über die Region im Spiel „Mitte Deutschland“ testen. Etwas weiter Richtung HfTL gab es Live-Musik, und auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Großen Ansturm erlebten auch die geöffneten Druck- und Verpackungslabore im Medienzentrum und Gutenberg-Bau. Hier konnten Besucher miterleben, wie Joghurtdeckel auf ihre Reißfestigkeit getestet werden, nach Erdbeeren duftende Postkarten und kleine Bücher herstellen sowie so einiges über die Wechselwirkung von Farbe und Material, moderne Druckverfahren und die Welt der Verpackung erfahren.

Zwischen dem Campus Süd und der Fakultät EIT in der Wächterstraße (Musikviertel) fuhren als Shuttleservice zwei Elektroautos. Chauffiert wurden die Mitfahrer von zwei Wissenschaftlern, die während der Fahrt alle Fragen rund um die Elektromobilität beantworteten. Highlight in der Wächterstraße war wie schon in den Vorjahren das durchgehend voll besuchte Hochspannungslabor, in welchem die Kraft von 100.000-Volt-Blitzen eindrucksvoll demonstriert wurde. Die Besucher konnten das funkende Spektakel aus nur wenigen Metern Abstand, aber sicher geschützt durch eine Metallabsperrung beobachten. Daneben wartete die Fakultät mit verschiedenen Robotern auf, die von den Besuchern eigenhändig auf einem Spielfeld gesteuert oder mit denen „Heißer Draht“ gespielt werden konnte.

Fotoimpressionen von der Langen Nacht der Wissenschaften 2016

Fotografen: Christiane Eisler/Transit, Johannes Ernst, Andreas Schröder, Robert Weinhold

Letzte Änderung: 6.7.2016
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