Update: Buchstadt
Am 5. November fand unter dem Thema "Update: Buchstadt. Wie junge Verlage Leipzig neu beleben" der 16. Kleinverlegertag an der HTWK Leipzig statt.
16.11.2009Welche Rolle spielte Leipzig als Buchstadt zu DDR-Zeiten und welche Bedeutung wird ihr heute zuteil? Welche Vor- und Nachteile bringt dieser Status für Stadt und Verlage mit sich? Fragen dieser und ähnlicher Art widmete sich der 16. Kleinverlegertag unter dem Motto "Update: Buchstadt - Wie junge Verlage Leipzig neu beleben".
Organisiert wurde die Veranstaltung von Studierenden des Schwerpunkts Kommunikationsmanagement im Studiengang Buchhandel/Verlagswirtschaft mit Unterstützung des AkV (Arbeitskreis kleinerer unabhängiger Verlage) im Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
Auf dem Podium gaben Sebastian Wolter (Verlag Voland & Quist), Thomas Siemon (Lubok Verlag) und Dr. Christoph Links (Ch. Links Verlag) Einblicke in ihre Arbeit als Verleger und erörterten mit Rolf Nüthen vom Verleger-Ausschuss des Börsenvereins die Besonderheiten der Leipziger Verlags- und Kulturszene. So wurden die kulturelle Vielfalt und das Publikumsinteresse Leipzigs gelobt sowie die hervorragende Ausbildungssituation im Medienbereich hervorgehoben.
Andererseits wurde aber auch die im Vergleich zu anderen deutschen Städten geringe Förderung der Buchbranche und die weniger stark ausgeprägte Presselandschaft in Leipzig als verbesserungswürdig empfunden. Dank der Argumentation von Herrn Dr. Links und Herrn Nüthen konnte das zahlreich erschienene Publikum erfahren, dass es zwischen den Buchmessestädten Leipzig und Frankfurt keine Rivalität gibt. Die Schwerpunkte sind an jedem Ausrichtungsort unterschiedlich gesetzt, und es besteht ein respektvolles Nebeneinander beider Veranstalter.
Herr Siemon, der originalgrafische Bilderbücher verlegt, betonte die gute Zusammenarbeit mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst und den Künstlern im Umfeld des Verlages in der Alten Baumwollspinnerei.
Auch Herr Wolter sah keinen Anlass, die Stadt Leipzig aus verlegerischer Sicht zu verlassen, denn die anfänglichen Probleme kleinerer Verlage treten seiner Ansicht nach standortunabhängig auf.
In der anschließenden Publikumsdiskussion kamen Christiane Born vom Amt für Wirtschaftsförderung und Regine Lemke vom Landesverband Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen des Börsenvereins zu Wort, die auf unterstützende Maßnahmen für Existenzgründer aufmerksam machten. Auch Studenten, Buchhändler und Verleger aus Leipzig beteiligten sich an der Diskussion: So wurde das Knüpfen von Netzwerken unter Branchenfachleuten angeregt, beispielsweise in Form eines regelmäßig stattfindenden Verlegerstammtisches oder intensiverer Zusammenarbeit von Verlegern und Buchhändlern der Stadt.
Die Veranstaltung, die erstmals am Abend stattfand und nicht wie bisher tagsüber, endete mit der positiven Aussicht, dass Leipzig mit seinen räumlichen, finanziellen und kreativen Möglichkeiten einen idealen Ort für Verlagsneugründungen darstellt.
zuletzt aktualisiert am 14.12.2009E-Mail an den Autor senden


