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Urban Interactions!

Studierende der Sozialen Arbeit und Geflüchtete erforschen ihre Stadt

29.02.2016, Verfasser: Fakultät Architektur und Sozialwissenschaften

Refugees Welcome! Diese Maxime muss ungeteilt und überall gelten. Während vielerorts zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen praktische und wichtige Hilfe für geflüchtete Menschen leisten und damit auch ein Zeichen setzen gegen rechte Gewalt und vermeintliche Ängste der so genannten gesellschaftlichen Mitte, verfolgten Hanna Saur von Interaction Leipzig und Prof. Dr. Andreas Thiesen im Rahmen des Seminars "Sozialraumorientierung in der Sozialen Arbeit" einen anderen Ansatz: Nicht "für", sondern miteinander, lautete die Devise. Der sozialarbeitswissenschaftliche Fachbegriff heißt Empowerment und beschreibt unter anderem die Befähigung von Menschen, ihre eigene soziale und politische Lage zu verbessern. Empowerment kann aber auch bedeuten, den eigenen Blickwinkel zu verlassen, um offen für neue Perspektiven zu werden. In diesem Seminar ging es um beides: Studierende und Geflüchtete bildeten Mixed Teams und empowerten sich gegenseitig. Die gemeinsame Grundlage dafür bildete der "Raum". Was weiß ich von Leipziger Orten, Straßen und Plätzen, was der Kommilitone oder die Kommilitonin, was verbinden Syrer oder Ägypter, die zum Teil erst wenige Wochen in der Stadt sind, mit Leipzig? Geteiltes Wissen, transkulturelle Erfahrungen, die Annäherung an eine scheinbar gut vertraute Stadt aus neuer Perspektive. Im besten Fall: Die Auflösung der Konstruktion "Studierende"-"Geflüchtete". Auf dieser Folie wurden in unterschiedlichen Teams gemeinsame Stadttouren unter Berücksichtigung folgender Fragen entwickelt:

  • Welche Orte und Anlaufstellen im öffentlichen Raum sind in deinem Alltag von Interesse? 

  • Welche Anknüpfungspunkte und Differenzen ergeben sich an die Lebensrealitäten anderer Gruppenmitglieder? 

  • Wie können Schnittstellen, Erwartungen und Gegenläufiges im Rahmen einer Stadttour aufgegriffen werden? 

  • Wie können Orte im öffentlichen Raum die Brücke schlagen zu Erlebnisräumen, die über den physischen Standort hinausgehen? 

  • Wie kann man Einblicke in unterschiedliche Lebensrealitäten schaffen, ohne Gruppenmitglieder aufgrund ihres Hintergrundes zu stigmatisieren? 

  • Welche Erkenntnisse sind für die Öffentlichkeit von Interesse, und welche benötigen einen geschützten Raum?

Dabei reflektierten die Studierenden ihre sozialräumlichen Erfahrungen in den Gruppen, thematisierten "Planungsfehler", hoben die Highlights der Urban Interactions hervor und schufen durch diesen Ansatz ganz eigene, neue Raumvorstellungen des Städtischen.

Informationen zu Interaction Leipzig finden sich hier: www.interaction-leipzig.de.

Prof. Dr. Andreas Thiesen

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