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Von Achterbahnen, Brücken und Lehmbauten

„Forum Bau“ der HTWK Leipzig über die Faszination komplexer Ingenieurleistungen

13.04.2017,

Bank aus Lehm.

Küche aus Lehm. (Fotos: J. Barnick/A. Tizziani)

Mit dem Thema „Werkstoff Lehm“ startet am 19. April das breitgefächerte Programm der öffentlichen Vortragsreihe „Forum Bau“ an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig).

Lehm ist ein Verwitterungsprodukt der Natur - eine Mischung aus Ton, Schluff und Sand. Er kommt fast überall auf der Welt in quasi unbegrenzten Mengen vor. Seit Jahrtausenden hat sich das Material auch als Baustoff für Behausungen bewährt. Lehm ist einfach zugänglich und allein durch Zusatz von Sand und Fasern für verschiedenste Techniken zu verwenden. Lehm besitzt - so stark wie kein anderer Werkstoff - die Fähigkeit, große Mengen von Wasserdampf auf kapillarer Ebene schnell aufzunehmen und wieder abzugeben. Er schirmt unter anderem hochfrequente Strahlen in elektromagnetischen Feldern ab (z.B. abgestrahlt von Sende- oder Mobilfunkantennen), brennt nicht und ist einfach zu recyceln.
So historisch der Baustoff ist, so grenzenlos sind die Kombinationsmöglichkeiten mit anderen, auch modernen Werkstoffen. Ob Holz, Stahl, Glas oder Beton - gerade im Zusammenspiel mit anderen Materialien lassen sich ökologisch Räume und Formenwelten und Oberflächen schaffen, die im konventionellen Bau ihresgleichen suchen.

Diesem vielseitigen Material hat sich Jan Barnick vom „Lehmolandia Lehmatelier Tizziani & Barnick“ aus Leipzig verschrieben. Sein Vortrag bildet den Auftakt des „Forum Bau“ in diesem Sommersemester. Barnick möchte die Zuhörer mit seiner Begeisterung für diesen wiederentdeckten Rohstoff anstecken:

„Lehm ist einfach magisch. Auch nach Jahren der Arbeit mit diesem sanften, haut-, umwelt- und geldbeutelschonenden Material bin ich fasziniert von seinen so simplen wie effektiven plastischen Eigenschaften. Für jede Anwendung ist es durch entsprechende Materialzusammensetzung anpassbar. In so gut wie jedem Kontext findet man schon ‚von Natur aus‘ für den Bau oder die Formenerschaffung geeignete Materialien. Das langsame, reversible Aushärten ohne zusätzlichen Energieaufwand bietet ideale Voraussetzungen für freies Gestalten, Ausprobieren und Lernen. Lehm ist auf seine Weise einzigartig.“

Seit einigen Jahren steigt die Bedeutung von Lehm als Baustoff wieder an. Neben der denkmalgerechten Altbausanierung spielt Lehm als Werkstoff vor allem in der ökologischen Innenraumgestaltung eine wachsende Rolle.

Ort und Zeit: „Forum Bau“ findet immer mittwochs 18 Uhr im Geutebrück-Bau der HTWK Leipzig statt (Hörsaal G327, Karl-Liebknecht-Str. 132, 04277 Leipzig). Der Eintritt ist zu allen Vorträgen frei.

 

Das vollständige Programm:

Mittwoch, 26. April 2017

Feste Fahrbahn auf Brücken – eine anspruchsvolle Aufgabe im Eisenbahnbau
Dr.-Ing. Hartmut Freystein, Eisenbahn-Bundesamt, Leiter der Außenstelle Berlin

Mittwoch, 10. Mai 2017

Berliner Stadtschloss – Humboldt-Forum
Dipl.-Ing. Bernd von Seht, Inhaber Ingenieurbüro WETZEL & VON SEHT, Hamburg

Mittwoch, 31. Mai 2017

Faszination Achterbahn – Komplexe Ingenieurbauwerke
Dipl.-Ing. Uwe Horn, Geschäftsführer der Ingenieurbüro Bauwesen Horn GmbH, Leipzig

Mittwoch, 21. Juni 2017 um 18:00 Uhr, Hörsaal G 327

Dresdner Brücken
Prof. Dipl.-Ing Reinhard Koettnitz, Amtsleiter Straßen- und Tiefbauamt Dresden

 

Beim Besuch von fünf Veranstaltungen wird die Teilnahme durch die Architektenkammer Sachsen als Weiterbildung anerkannt.

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