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Von Jacke, Gilet und Knöpfen

Workshops zur Geschichte der Mode des 17. und 18. Jahrhunderts

18.06.2012, Verfasser: Pressestelle

Leipzig, Juni 2012 – Die Fakultät Medien der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) lädt herzlich zu zwei Workshops zur Mode im 17. und 18. Jahrhundert ein. Referentin ist Professor Isabella Bigazzi von der Università degli Studi in Florenz.
Der erste Workshop findet am Donnerstag, den 21. Juni 2012, statt und behandelt die Spielarten der Männermode. Im zweiten Workshop am Dienstag, den 26. Juni 2012, geht es um Knöpfe und Dekor. Beginn ist jeweils 19.00 Uhr im Geutebrück-Bau, Karl-Liebknecht-Straße 132, Hörsaal G327. Gäste sind herzlich willkommen.

Spielarten der Männermode vom Ende des 17. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts

In den 60er-Jahren des 17. Jahrhunderts kam – zuerst am englischen Hofe, dann am französischen – die sogenannte “tunica persiana” auf, eine Männerkleidung, die an den europäischen Höfen bis ans Ende des 18. Jahrhunderts kontinuierlich abgewandelt wurde. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts erlebte die klassische Kombination aus Justaucorps, Weste und Kniebundhose mannigfaltige Veränderungen in ihrer Erscheinungsform und spiegelte damit die verschiedensten Einflüsse wider: orientalische, militärische, politische, englische oder vom Theater herrührende. Die Kombination aus den genannten drei Kleidungsstücken, erfunden unter dem Sonnenkönig, blieb durch alle nachfolgenden Epochen hindurch verbindlich. Auch wenn sich mittlerweile Jacke, Gilet und lange Hosen herausgebildet hatten, die Dreizahl ist geblieben. Ihr konnten auch die Versuche der Avantgarde unter den Modeschöpfern der 1960er und 1970er Jahre nichts anhaben.

Knöpfe und Dekor. Der Erfahrungsbericht einer Inventarisation: Beispiele aus der Sammlung Riva in der Galleria del Costume zu Florenz

Knöpfe, entstanden im 13. Jahrhundert und als Schmuck auch in den folgenden Jahrhunderten verwendet, erfreuten sich im 14. und im 16. Jahrhundert ganz besonderer Beliebtheit; das galt für Frauen- wie für Männerkleidung gleichermaßen. Im 18. Jahrhundert jedoch waren sie ein Charakteristikum der Männermode und kamen in der Frauenkleidung nur bei Stücken vor, die wir heute als “sportlich” bezeichnen würden. Auch wenn Knöpfe damals in langen Reihen vom Kragen des Justaucorps bis hinab zu den Knien liefen, war ihr Zweck eher dekorativ als praktisch. Knöpfe waren damals Teil des Kleiderschmuckes und vermittelten zwischen diesem und der Gewebestruktur des Kleidungsstückes. Die Mannigfaltigkeit an Formen und an Materialien von Knöpfen sowie der Motive, die auf den Knöpfen selbst dargestellt sind, scheint unerschöpflich.

Beide Workshops finden innerhalb des Studienganges Museologie statt, sind jedoch für alle Interessierten offen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. phil. habil. Johannes Tripps, Fakultät Medien, HTWK Leipzig
Telefon: +49(0)341/3076-5439
E-Mail: tripps (at) fbm.htwk-leipzig.de

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