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„Wir brauchen einen Masterplan“

Gespräch mit Prof. Swantje Heischkel, Kanzlerin der HTWK Leipzig, zur Baulichen Entwicklungsplanung der Hochschule

05.09.2017,

HTWK-Kanzlerin Prof. Swantje Heischkel.

2015 wurde der Nieper-Bau übergeben. (Foto: Swen Reichhold/HTWK Leipzig)

Pressestelle: In den vergangenen Jahren ist die HTWK Leipzig um einige attraktive Gebäude und Räume reicher geworden, man denke z. B  an den Nieper-Bau (eröffnet 2015) und die neuen Architektur-Ateliers im Lipsius-Bau (übergeben im Frühjahr 2017). Doch die Campusplanung ist längst nicht abgeschlossen. Was ist als nächstes geplant?

Kanzlerin: Lassen Sie mich zuerst kurz etwas zur Historie sagen. Die erste Bauliche Entwicklungsplanung seit ihrer Neugründung vor 25 Jahren hat die Hochschule erfolgreich und vollständig umgesetzt. Das hat Ausnahmecharakter in der sächsischen Hochschullandschaft. Doch durch das stetige Wachstum der Studierendenzahlen, durch die intensivierten Forschungsaktivitäten, den Bologna-Prozess und andere Faktoren platzt die Hochschule inzwischen aus allen Nähten. Wir brauchen neue Flächen. Dafür wurde in den vergangenen zwei Jahren ein neuer Baulicher Entwicklungsplan erstellt.*
Dieser ist auch im Hochschulentwicklungsplan „HTWK 2025“ verankert.
Im Rahmen der Erstellung der neuen Baulichen Entwicklungsplanung wurde der Flächenbedarf für die Hochschule insgesamt sowie aufgeschlüsselt für die einzelnen Bereiche ermittelt. Ergebnis des Gutachtens*: derzeit ist unser Flächenbedarf nur zu rund 85 % gedeckt. Das bedeutet: 15 % der notwendigen Fläche fehlen. Das entspricht 11.395 m² zu erschaffende Flächen für die HTWK Leipzig am Campus Südvorstadt. Diese Konzentration an einem Standort hat neben der Schaffung optimaler infrastruktureller Voraussetzungen für alle Kernaufgaben  der Hochschule oberste Priorität bei  unserem Handeln. Kurzum: wir werden hier räumlich wachsen, wachsen müssen.

Pressestelle: Woher können diese Flächen kommen?
Kanzlerin: Das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB) bemüht sich derzeit, sie für uns zu erwerben oder langfristig anzumieten und ist in Verhandlungen. Spruchreif ist zum heutigen Tag leider noch nichts.
Die nächste Herausforderung für uns ist es, einen Masterplan, ein detailliertes Nutzungskonzept zu erstellen: wer wird später wo sitzen?  Unser Zielhorizont sieht vor, dass dieser Plan im Laufe des nächsten Jahres steht. Das SIB wird ein lokales Ingenieurbüro mit der Erstellung des Masterplanes beauftragen. Dabei sollen die Bedarfe der Hochschule in den Mittelpunkt gerückt werden. Neben den bereits oben erwähnten Zielen der räumlichen Konzentration und der optimalen Unterstützung von Lehre, Forschung und Dritter Mission werden dabei insbesondere die räumliche Nähe funktional zusammenhängender Einheiten, der Ausgleich von Flächendefiziten in den einzelnen Bereichen, aber auch die Vermeidung unnötiger Umzüge im Bauablauf im Fokus stehen. Neubauten wie Nieper-Bau und Hochschulbibliothek und bestimmte fixierte Nutzungsbereiche wie die naturwissenschaftlichen Labore werden nicht betroffen sein; ihre Nutzung ist von vornherein festgelegt und wird nicht verändert.  Aber ein Servicezentrum für Studierende, eine zentrale Anlaufstelle, die alles vereint, was dazu gehört – Studienberatung, Prüfungsamt, StuRa usw. – so etwas kann ich mir sehr gut vorstellen. Wir arbeiten derzeit daran, dass wir an der Erstellung des Masterplans aktiv mitarbeiten und mitgestalten dürfen, so dass keine Ergebnisse am grünen Tisch entstehen und bei der Logistikplanung die Abläufe im Studienjahr Berücksichtigung finden.

Pressestelle: Was heißt das konkret für die Hochschulangehörigen? Worauf müssen sie sich einstellen, worauf dürfen sie sich freuen?
Kanzlerin: Wie bei jedem Umbau heißt das zunächst einmal: Lärm, Stress, Umzüge. Das wird eine Herausforderung, das ist klar. Doch das lässt sich leider nicht vermeiden. Wir werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Laufenden halten und soweit es uns möglich ist, einbeziehen. Voraussichtlich ab 2018 wird erst einmal der Geutebrück-Bau saniert werden, wofür eine Interimslösung notwendig wird – unter Umständen sogar mit Containern. Doch all das wird sich lohnen: Ziel ist es, am Ende eine moderne, räumlich gut aufgestellte Hochschule zu haben, wo viele logistische Probleme, die wir heute haben, gelöst sein werden.

*Das Gutachten wurde erstellt von HIS – HE, dem HIS-Institut für Hochschulentwicklung, Auftraggeber war das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB).

(Das Gespräch führte Franka Platz)

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