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Wissenschaftskino: Wird Sand knapp?

Rückblick zum Wissenschaftskino am 24. Januar 2017

01.02.2017, Verfasser: HTWK Leipzig
Zunächst wurde der Film gezeigt.

Zunächst wurde der Film gezeigt.

Im Anschluss wurden Fragen aus dem Publikum beantwortet.

Im Anschluss wurden Fragen aus dem Publikum beantwortet.

Auf dem Podium v.l.n.r.: Die Referenten Hermann Keßler (Umweltbundesamt), Prof. Klaus Holschemacher, Tilo Sahlbach und Moderatorin Rebecca Schweier (alle drei HTWK Leipzig) (Fotos: Andreas Schröder/HTWK Leipzig)

Auf dem Podium v.l.n.r.: Die Referenten Hermann Keßler (Umweltbundesamt), Prof. Klaus Holschemacher, Tilo Sahlbach und Moderatorin Rebecca Schweier (alle drei HTWK Leipzig) (Fotos: Andreas Schröder/HTWK Leipzig)

Gibt es ihn wie „Sand am Meer“ – oder wird Sand knapp? Beim Wissenschaftskino Leipzig am 24. Januar 2017 im Zeitgeschichtlichen Forum ging die HTWK Leipzig dieser Frage mit einer Filmvorführung und anschließender Podiumsdiskussion nach. Rund 135 Leipzigerinnen und Leipziger nutzten die Gelegenheit, den französischen Dokumentarfilm „Sand – die neue Umweltzeitbombe“ auf großer Leinwand zu sehen und im Anschluss mit drei Experten über das Gesehene zu diskutieren.

Der Film verfolgt die Spuren des Sandabbaus auf der ganzen Welt und zeigt die beängstigenden Auswüchse von internationalem Sandhandel, größenwahnsinnigen Bauprojekten und verschwindenden Stränden. Denn heute wird so viel Sand benötigt wie noch nie: Für Mikrochips, Glasflaschen und Zahnpasta – vor allem aber für Beton.

Bei der Podiumsdiskussion diskutierten Klaus Holschemacher, Professor für Stahlbetonbau an der HTWK Leipzig, Tilo Sahlbach, geschäftsführender Direktor des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft und Wasserbau an der HTWK Leipzig, sowie Hermann Keßler, Fachgebietsleiter für  „Ressourcenschonung, Stoffkreisläufe, Mineral- und Metallindustrie“ am Umweltbundesamt Dessau-Roßlau, wie die Wissenschaft auf die Ressourcenknappheit reagiert und beantworteten Fragen aus dem Publikum.

Zunächst ordnete Hermann Keßler ein, dass Deutschland sich nicht im großen Maßstab am internationalen Sandhandel beteiligt, da es anders als Singapur oder Dubai seinen Bedarf aus vorhandenen Sand- und Kiesablagerungen stillen kann. Allerdings würde deren Abbau zunehmend zu Konflikten zwischen Naturschützern, Anwohnern und Baufirmen führen. Ein ressourcenschonenderes Bauen sei deshalb dringend nötig.

Professor Klaus Holschemacher griff diesen Faden auf und erklärte, dass zahlreiche Wissenschaftler an der HTWK Leipzig und auf der ganzen Welt an der Optimierung des Betons sowie neuen Verbundwerkstoffen arbeiten. Denn alternative Baustoffe wie Lehm oder Holz könnten schlichtweg nicht mit der Tragfähigkeit von Stahl- oder Carbonbeton mithalten, weshalb Sand und Kies auch künftig benötigt werden.

Bis Sand entsteht, dauert es aber Jahrtausende. Tilo Sahlbach erläuterte, dass, wie der Film zeigt, ein Großteil der Sandressourcen auf dem Weg ihrer Entstehung vom Gebirge ins Meer in Staudämmen hängen bleiben. Deshalb, vor allem aber wegen der Wanderrouten von Fischen, seien durchlässige Staumauern ein aktuelles Thema für Wasserbauingenieure – bislang aber noch nicht im Praxiseinsatz. Die Stranderosion können solche technischen Lösungen aber trotzdem nur verzögern – gegen die Kraft der Natur könnten die besten Ingenieure auf Dauer nichts ausrichten.

Nach fast einer Stunde Diskussion war klar: Auch wenn in Deutschland noch genug Sand vorhanden ist – Planer, Politiker und Wissenschaftler müssen zusammenarbeiten, um natürliche Ressourcen wie Sand und Kies auf Dauer zu erhalten.

Das Wissenschaftskino Leipzig ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Leipziger Wissenschaftseinrichtungen, der Stadt Leipzig und des Zeitgeschichtlichen Forums. Informationen zu zukünftigen Veranstaltungen der Reihe finden sich auf der Website der Stadt Leipzig.

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