Glossar - S
s. t., sine tempore
(lat.), ohne akademisches Viertel, so wie es angezeigt ist (Bsp.: 20 Uhr s. t. beginnt 20.00 Uhr)
Sabbatical
(hebr., engl.: von Sabbat, der siebente im AT als Ruhetag verordnete Wochentag)
akademischer Urlaub, Forschungsurlaub, etwa im Abstand von sieben Jahren, der frei von Lehrverpflichtungen ist, ermöglicht, wissenschaftliche Kenntnisse und Kompetenzen zu vertiefen, zu ergänzen, zu gewinnen, Praxisrelevanz zu verbessern.
Schlüsselqualifikationen
Schlüsselqualifikationen wie Kommunikations- und Teamfähigkeit, Fremdsprachen- und EDV-Kompetenz, konzeptionelle und organisatorische Fähigkeiten spielen neben der fundierten fachlichen Ausbildung eine immer wichtigere Rolle für einen erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben. Die wachsende Bedeutung, die diesen Kompetenzen beigemessen wird, zeigt sich daran, dass in manchen Bundesländern (z. B. Baden-Württemberg) die Genehmigung von Bachelor-Studiengängen nur erfolgt, wenn die Vermittlung überfachlicher Schlüsselqualifikationen in eigenen Lehrveranstaltungen zu den strukturbildenden curricularen Elementen gehört.
"Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche nicht unmittelbaren und begrenzten Bezug zu bestimmten, disparaten praktischen Tätigkeiten erbringen, sondern vielmehr a) die Eignung für eine große Zahl an Positionen und Funktionen als alternative Optionen zum gleichen Zeitpunkt, und b) die Eignung für die Bewältigung einer Sequenz von (meist unvorhersehbaren) Änderungen von Anforderungen im Laufe des Lebens" sicherstellen." (Mertens 1974, S. 566)
Scholar
(lat.) Schüler, im Mittelalter Bezeichnung für Student
Plural: Scholaren
Scientific community
(engl.), Bezeichnung für die Gemeinschaft, der die Artikulation, Erhaltung und Entwicklung des normativen Bezugssystems der Wissenschaften zugeordnet ist
Selbststudium
Selbststudium bezeichnet den Anteil am studentischen Workload, der für die eigenständige Erarbeitung und Aneignung von Studieninhalten (Vor- und Nachbereitung, Lektüre, Hausarbeiten, Prüfungsvorbereitung,
Abschlussarbeit) aufgewandt wird. Die für das Selbsstudium angenommene Zeit findet Eingang in die Berechnung des Workload, der die Grundlage für die Zuordnung von Leistungspunkten zu Modulen bzw. Lehrveranstaltungen ist.
Semester
(lat. semestris, sex-mens-tris: »sechsmonatig«)
akademisches Studienhalbjahr, teilt das Studienjahr in Sommer- und Wintersemester. Es ist seit dem 16. Jh. üblich.
Semesterwochenstunde
Abk.: SWS
Eine Semesterwochenstunde (SWS) umfasst die Zeit, die Studierende brauchen, um während eines Semesters eine wöchentlich einstündig angebotene Lehrveranstaltung zu besuchen ( i. d. R. 45 Minuten). In jeder Studien- und Prüfungsordnung ist angegeben, wie viele Semesterwochenstunden ein Studium bis zu seinem Abschluss mindestens umfassen muss. Die Anzahl der Semesterwochenstunden sagt jedoch nichts über die studentische Vor- und Nachbereitungszeit aus, die je nach Studiengang variiert.
Seminar
(lat. seminarium)
allgemeine Ausbildungsstätte, eine (neben der Vorlesung) Hauptform des akademischen Unterrichts, die im Allgemeinen mit praktischen Übungen in die wissenschaftliche Methodik einführt, Lehrgang mit gestaffeltem Anspruchsniveau (Pro-, Mittel-, Haupt- und Oberseminar), auch Bezeichnung für ein Institut
Seminargruppe
Die Studierenden einer Matrikel, die zusammen einen Studiengang studieren, werden falls nötig zu Seminargruppen zusammengefasst, also zu Studierenden gleichen Fachsemesters, die zusammen Seminare und Vorlesungen besuchen. Für alle Studierenden eines Jahrgangs (Matrikel) gilt dieselbe Prüfungs- und Studienordnung.
Seminargruppenplan
(auch Matrikelplan oder kurz Stundenplan)
Für jede Seminargruppe werden entsprechend des Studienablaufplans in Studien- und Prüfungsordnung die zu absolvierenden Module des Fachsemesters aufgestellt und zeitlich möglichst überschneidungsfrei in einen Seminargruppenplan gesetzt.
Senat
(lat. senatus)
Gremium der akademischen Selbstverwaltung. Ihm gehören nach der Grundordnung gewählte Vertreter aller Mitgliedergruppen der Hochschule an.
Skript
(lat. »Geschriebenes«)
schriftliche Ausarbeitung, Manuskript einer Vorlesung
Plural: Skripten
Sorbonne-Erklärung
Sorbonne-Erklärung ist die Kurzform für die von den Bildungs- und Forschungsministern Frankreichs, Italiens, Großbritanniens und Deutschlands am 25. Mai 1998 an der Sorbonne in Paris unterzeichnete „Gemeinsame Erklärung zur Harmonisierung der Architektur der europäischen Hochschulbildung“. Die von der Sorbonne-Erklärung ausgehenden Impulse führten schließlich zur Bologna-Erklärung.
Spagatprofessor
Saloppe Bezeichnung für einen Professor, der sein »Wohnbein« weit weg zum »Dienstbein« hat, d. h., an einer Hochschule lehrt, die sich weit entfernt von seinem Wohnort befindet.
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (www.stifterverband.de) wurde von der Wirtschaft ins Leben gerufen und dient als ein Instrument, das Initiativen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Hochschul- und Wissenschaftssystems auf den Weg bringt. Er konzentriert sich dabei vornehmlich auf grundsätzliche Fragen der akademischen Ausbildung und betrachtet es als seine Aufgabe, Anregungen zur Reform des Studiums zu geben und Vorschläge zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Wissenschaftseinrichtungen zu unterbreiten.
stud., studiosus
(lat. »eifrig strebend«)
in Verbindung mit dem Studienfach gebräuchlich, wie stud. ing., studiosus ingenuae, stud. oec., studiosus oeconomicae
Student
(lat. studere: »eifrig bemühen«)
Studierender, Lernender einer Hochschule. Das Wort ist in diesem Sinne seit dem 15./16. Jh. bezeugt und löst den Begriff »Scholar« (Schüler) ab.
Studentenschaft
Gesamtheit der an einer Hochschule eingeschriebenen Studenten. Zur Wahrnehmung der Interessen der Studenten wählt die S. ihre Mitglieder in die Organe der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule.
Studienablauf
(auch Regelstudienablauf)
Alle Pflicht- und Wahlpflichtmodule sind im Studienablaufplan eingeordnet, der den empfohlenen Studienablauf vorgibt. Das heißt, es wird vorgeschlagen, in welchem Fachsemester welche Module zu absolvieren sind. Individuelles Abweichen ist möglich, kann aber die Beendigung des Studiums in der Regelstudienzeit gefährden.
Studienaufwand
Der Studienaufwand ist nach einer Definition des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft (2000) "die Zahl der von den Studierenden zu erbringenden Stunden, um einen Credit zu erwerben.“ Siehe auch Workload.
Studienbegleitendes Prüfsystem
Ein studienbegleitendes Prüfsystem umfasst Prüfungen, die zeitnah zu Modulen oder Lehrveranstaltungen, in denen prüfungsrelevante Inhalte vermittelt werden, stattfinden. Dabei kann es sich um Leistungsnachweise verschiedener Art handeln, wie z. B. mündliche oder schriftliche Prüfungen, Hausarbeiten, Referate, Berichte o. ä. Gemäß den "Strukturvorgaben für die Einführung von Bachelor-/Bakkalaureus und Master-/Magisterstudiengängen" (Beschluss der KMK vom 05. März 1999) ist bei der Genehmigung gestufter Studiengänge grundsätzlich nachzuweisen, dass diese ein studienbegleitendes Prüfsystem anwenden.
Studieneinheit
Studieneinheiten sind nach einer Definition des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft (2000) "thematisch bestimmte Einheiten des Lehrens und Lernens (wie in Deutschland bisher die Lehrveranstaltungen)", "für die der typische zeitliche Aufwand vorab in Credits ausgewiesen wird" und "für die eine Leistungsbewertung erfolgt (zumindest als nicht bestanden bzw. bestanden." Laut Stifterverband wird die Verwendung des Begriffs Studieneinheit statt des Begriffs Modul empfohlen, "weil dieser jeweils spezifische Assoziationen über zeitliche Kompaktheit – z. B. in Wochenkurse – erweckt, die für ein Credit-System nicht konstitutiv sind [...]."
Studiengang
Bezeichnung für ein Studium mit seinen verschiedenen inhaltlichen und formalen Bestandteilen und Festlegungen von der Einschreibung bis zur Abschlussprüfung
Studium generale
(lat. »das Ganze betreiben«)
- Erwerb von über das Fachgebiet hinausgehendem Grundwissen an einer Hochschule, oft in Form von Ringvorlesungen, Kolloquien, etc. für Studenten aller Fachbereiche
- im Mittelalter Bezeichnung für Hochschulen, die mindestens eine der drei Fakultäten Theologie, Medizin oder Recht umfassten.
Studium particulare
(lat. »einen Teil betreiben«, etwa die städtische Lateinschule)
Symposium
(griech., lat.)
- Tagung zur wissenschaftlichen Erörterung aktueller Themen und zur interdisziplinären Aussprache
- geschichtlich: Form der Gesellschaft im alten Griechenland; Gelage, bei dem sich Teilnehmer durch geistreiche Reden und Musik unterhielten
Plural: Symposien
zuletzt aktualisiert am 2.12.2008E-Mail an den Autor senden

