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Museologie

Akademischer Grad:Bachelor of Arts, Abkürzung B.A.
Englische Bezeichnung:Applied Museology (Museum Studies) - Bachelor of Arts
Akkreditierung:Informationen zur Akkreditierung (Urkunden)
Ordnungen:Studien- und Prüfungsordnung
Zulassungsbeschränkung:Örtlicher Numerus clausus (NC)
Studienbeginn:Wintersemester
Zugangsvoraussetzung:Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, Fachhochschulreife bzw. eine als gleichwertig bestätigte Hochschulzugangsberechtigung
Regelstudienzeit:7 Semester
Fakultät:Fakultät Medien
Studieninhalt/Schwerpunkte:

Museen bewahren Natur- und Kulturzeugnisse auf, zeigen sie der Öffentlichkeit in Ausstellungen. Dauernd kommen neue Objekte hinzu; das größte Museum der Welt besitzt über 240 Millionen Gegenstände. Da kann man schnell den Überblick verlieren! Bei größeren, wachsenden Beständen sind Museologinnen und Museologen unentbehrlich, denn sie leisten die Navigation: Sie erschließen Sammlungen durch Bild-Text-Datenbanken, kennen aus praxisnahen Übungen die Nutzungsinteressen von Forschung, Ausstellungsplanung oder Museumspädagogik.

Museen bewahren Natur- und Kulturzeugnisse auf, zeigen sie der Öffentlichkeit in Ausstellungen. Dauernd kommen neue Objekte hinzu; das größte Museum der Welt besitzt über 240 Millionen Gegenstände. Da kann man schnell den Überblick verlieren! Bei größeren, wachsenden Beständen sind Museologinnen und Museologen unentbehrlich, denn sie leisten die Navigation: Sie erschließen Sammlungen durch Bild-Text-Datenbanken, kennen aus praxisnahen Übungen die Nutzungsinteressen von Forschung, Ausstellungsplanung oder Museumspädagogik.

Der museologische Blick gilt immer wieder den Dingen und deren Fähigkeit, auf vielfältige Sachverhalte zu verweisen – der historische Siegerpokal eines Fußballvereins ist ein Industrieprodukt, ein Beispiel für individuelle Gravuren, ein Zeugnis des Arbeitervereins-Lebens um 1920, das Dokument eines Sportereignisses, ein Erinnerungsstück des erfolgreichen Torwarts oder ein typisches Kneipen-Dekorationsstück.

Um solche Bezüge aufzuspüren und festzuhalten, sind Freude an Sachkultur, ein Auge für Details und ein Sinn für präzise Begriffe, für treffende Formulierungen notwendig. Hilfreich, aber keine Voraussetzung, sind eigene Erfahrungen in handwerklichen oder künstlerischen Techniken.

Ästhetischer Geist allein reicht allerdings nicht: Museumsdokumentation wendet ganz selbstverständlich Informationstechnologie an; Nachfragen von Ausstellungsgästen und Nutzungsinteressen für wissenschaftliche Zwecke lassen sich nur bedienen, wenn Datenerarbeitung, Datenrecherche und moderne Bürokommunikation reibungslos ineinander greifen.

Das Museologie - Studium akzentuiert das "Sammlungsmanagement" gegenüber Forschungsleistungen und wissenschaftlichen Detailkenntnissen, welche die universitären "Museumsfächer" (Kunstgeschichte, Geschichtswissenschaft, Ethnologie, Volkskunde …) betonen. Mitteleuropäische Sachkultur seit dem Spätmittelalter steht als Gegenstandsbereich im Zentrum. Die fachgerechte Erschließung anderer museumsrelevanter Objekte behandeln Studiengänge wie Ur- und Frühgeschichte (prähistorische Kulturzeugnisse), Kunstgeschichte (Bildende Kunst), Biologie, Geologie, Paläontologie (für Mineralien und Gesteine, botanische und zoologische Sammlungsstücke).

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Studienaufbau:

Das Studium beginnt mit vier Semestern an der Hochschule, es folgt ein fünfmonatiges Museumspraktikum. Das sechste und das siebte Semester sind wiederum "Theorie-Semester" an der Hochschule.Die einzelnen Module des Studiums sind zu sechs Themenfeldern zusammengefasst. Diese Themenfelder spiegeln gemeinsam das Studienziel, für die konzeptuelle, selbstständige Museumsarbeit zu qualifizieren, insbesondere zur Pflege, Erweiterung und Katalogisierung von Kulturgut-Sammlungen.

Das Studium beginnt mit vier Semestern an der Hochschule, es folgt ein fünfmonatiges Museumspraktikum. Das sechste und das siebte Semester sind wiederum "Theorie-Semester" an der Hochschule.

Die einzelnen Module des Studiums sind zu sechs Themenfeldern zusammengefasst. Diese Themenfelder spiegeln gemeinsam das Studienziel, für die konzeptuelle, selbstständige Museumsarbeit zu qualifizieren, insbesondere zur Pflege, Erweiterung und Katalogisierung von Kulturgut-Sammlungen.

"Dokumentation im Museum" ist das umfangreichste, den gesamten Studienverlauf durchziehende Themenfeld. Es umfasst – je nach Inanspruchnahme vertiefender Wahlpflichtmodule – zwischen 31 und 38 Prozent des gesamten Studienaufwands. Hier geht es um die Erzeugung und Bereitstellung von Dokumentationsdaten, um Sammlungs- und Informationsmanagement. Die Lehrinhalte sind teils technisch – z. B. Datenbanken, zeichnerische und fotografische Dokumentation –, teils inhaltlich orientiert: Die Bestimmung und Erschließung neuzeitlicher Sachkultur verlangt Kenntnisse stilistischer Datierungshilfen oder charakteristischer Begriffe; außerdem helfen Erfahrungen aus der exemplarischen Beschäftigung mit einzelnen Objektgattungen und deren historischen Zusammenhängen.

Museumsarbeit ohne interessierte Gäste – in Ausstellungen, Veranstaltungen, pädagogischen Aktionen – ist nicht vorstellbar. Darum ist "Vermittlung im Museum" ein wichtiges Themenfeld, das die Studierenden je nach persönlichem Interesse mit 12 bis 19 Prozent des Studienaufwands besetzen können, um Kompetenzen in der personalen oder medialen Vermittlung von Museumsinhalten oder in deren Marketing zu erwerben.

Über zwanzig Prozent des Studienaufwands entfallen auf "Praxisphasen". Damit wird sichergestellt, dass die Studierenden das erworbene Wissen und Können mit den realen Bedingungen und Leistungsforderungen der beruflichen Praxis zusammenschauen. Zwei Aufgaben aus der Berufspraxis sind in diesem Themenfeld eigenständig auszugestalten und zu lösen: Ein vom ausgewählten Museum aufgetragenes individuelles Projekt während des Praktischen Studiensemesters und eine Kleingruppenarbeit (höchstens vier Studierende) im sechsten Semester (z. B. Bestandsdokumentation, Ausstellungskonzept, Planungsrahmen für ein Museumsprojekt).

Die weiteren, vom Studienaufwand her kleineren Themenfelder erschließen das Berufsfeld Museum theoretisch ("Allgemeine Museologie", darin auch die Geschichte des Museumswesens), ermöglichen den Dialog mit Absolventinnen, Absolventen der "Museumsfächer" ("Forschungsansätze und Methodik museumsbezogener Fachwissenschaften"), vermitteln Kenntnisse und Kompetenzen, die die Leistungsfähigkeit in Studium und Beruf steigern helfen ("Schlüsselqualifikationen").

Die Bachelorarbeit bearbeitet ein fachliches Problem selbstständig nach wissenschaftlichen Methoden; sie bietet die Gelegenheit, sich mit einem selbst gewählten Einzelthema aus der Museumsarbeit und ihren Umfeldern intensiv auseinanderzusetzen.

Abgesehen von den Praxisphasen, die stets individuell oder in Kleingruppen absolviert werden, ermöglichen die fünf Wahlpflichtfelder, nach persönlichem Interesse einzelne Lehrinhalte auszuwählen, fachliche Fremdsprachkenntnisse zu festigen und die Themenfelder "Dokumentation" oder "Vermittlung" weiter zu vertiefen.

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Berufsbild/Einsatzmöglichkeiten:

Kernkompetenz der Museologinnen und Museologen sind die Dokumentation, Sammlungsverwaltung und Leihverkehrsorganisation in Museen oder Baudenkmälern mit historischem Inventar sowie entsprechende Tätigkeiten in Ausstellungshäusern, Gedenkstätten oder im Antiquitätenhandel.

Kernkompetenz der Museologinnen und Museologen sind die Dokumentation, Sammlungsverwaltung und Leihverkehrsorganisation in Museen oder Baudenkmälern mit historischem Inventar sowie entsprechende Tätigkeiten in Ausstellungshäusern, Gedenkstätten oder im Antiquitätenhandel.

Die Wahlpflichtfelder des Studiums ermöglichen es, das individuelle Profil zu erweitern auf die denkbaren Berufsfelder von Museums- und Kulturpädagogik oder Kommunikations- und Marketingaufgaben in Museen und Kultureinrichtungen. Die fundierten Kenntnisse zur Erschließung und Vermittlung von Kulturgütern qualifizieren Museologinnen und Museologen auch für die Leitung kleinerer Museen mit breit gefächerten Sammlungen.

Der Arbeitsmarkt ist in deutschen Museen wegen der Dominanz der – unter Finanzierungslücken leidenden – Städte, Gemeinden und Bundesländer nicht unproblematisch, doch steigen die Beschäftigtenzahlen in den westlichen und südlichen Bundesländern seit einigen Jahren leicht an. Immer mehr Museen spalten ihre Aktivitäten auf in das laufende Kerngeschäft, in befristete Projekte (z. B. Wechselausstellungen) und an externe Unternehmen vergebene Tätigkeitsbereiche; dadurch entsteht Nachfrage für freiberuflich tätige Museumsfachkräfte.

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Weiterführende Studiengänge:

Der Bachelorstudiengang Museologie zielt auf ein Berufsfeld, das der frühere Diplomstudiengang Museologie erschlossen hat. Dessen Alleinstellungsmerkmal ist, ein Berufsfeld ausdrücklich für Bachelors zu sein; einen Arbeitsmarkt für höher qualifizierte Spezialisierungen in Museumsdokumentation gibt es derzeit nicht.

Der Bachelorstudiengang Museologie zielt auf ein Berufsfeld, das der frühere Diplomstudiengang Museologie erschlossen hat. Dessen Alleinstellungsmerkmal ist, ein Berufsfeld ausdrücklich für Bachelors zu sein; einen Arbeitsmarkt für höher qualifizierte Spezialisierungen in Museumsdokumentation gibt es derzeit nicht.

Wer sich nach dem Bachelorstudium der Museologie weiter qualifizieren möchte, kann aber durch ein weiteres Studium individuelle Interessen vertiefen oder die Museologie-Qualifikation mit einem ergänzenden Studium erweitern. In beiden Fällen ergeben sich veränderte persönliche Profile, die zusätzliche berufliche Perspektiven eröffnen. Diese Perspektiven liegen jedoch teilweise außerhalb des Museumswesens.

Prinzipiell kommen vier Wege fortführender Studien infrage:

  • ein Masterstudium in einem kulturwissenschaftlichen Studiengang, der nicht nur für Bachelors desselben Studienfachs geöffnet ist,
  • ein zweiter Bachelorstudiengang, beispielsweise in einem der (hier im ersten Abschnitt bereits erwähnten) „Museumsfächer“,
  • ein Masterstudium in einem „Hybridfach“ (ein Studiengang, der Inhalte aus verschiedenen Disziplinen unter einem bestimmten thematischen Aspekt verknüpft und deswegen für Bachelors aus verschiedenen Studiengängen geöffnet ist),
  • zunächst mehrere Jahre Berufstätigkeit aufzunehmen und dann ein Masterstudium, beispielsweise in einem berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengang, anzuschließen.

Wenn Ihnen die vielfältigen Qualifikationen, die in Museen nachgefragt sind, nicht klar sind, besuchen Sie bitte unsere Webseite "Zielpunkt Museumsarbeit". Dort erhalten Sie Informationen zu den unterschiedlichsten deutschsprachigen Ausbildungs- und Studienangeboten (einschließlich Masterstudiengängen), geordnet nach den typischen Berufsfeldern im Museumswesen. Zugleich wird darin die Platzierung des Museologiestudiums in der Breite der Angebote deutlich.

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Letzte Änderung: 10.6.2016
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