
Fukushima und die Folgen
Öffentliche Ringvorlesung im Studium generale
Mit der multiplen Reaktorkatastrophe in Fukushima, die ab dem 11. März 2011 ihren Lauf nahm, hat sich die Welt verändert. Die Auswirkungen sind dabei nicht auf die unmittelbare Umgebung des Kernkraftwerkes Fukushima-Daiichi beschränkt. Neben den dramatischen Folgen für die Menschen und die Wirtschaft in der Region, sind auch Einschnitte im globalen Kontext zu verzeichnen. Das Denken der Menschen hat sich ebenso verändert. Wurde bei der Beurteilung der Kernenergienutzung vor allem über die Höhe der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Super-GAUs debattiert, rückt nun die Diskussion über dessen mögliche Auswirkungen in den Fokus. Zur Quantität tritt die Qualität. Statt trockener Zahlen geht es nun um unsere Vorstellung von einem guten Leben, es geht um Emotionen. Kein Wunder also, wenn sich Bürger auf breiter Front plötzlich mit Begriffen wie Sievert, Mischoxid oder Containment befassen. Die Regierung lässt sich durch die öffentliche Diskussion zu einem kurzfristigen Wechsel der Energiepolitik drängen und verfällt in Aktionismus. Die Folgen sind nicht absehbar, es gibt keinen Konsens über die notwendigen Ausbaumaßnahmen, über die technischen Möglichkeiten und über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Im Ausland nimmt man diese Entwicklung mit Befremden auf. Frankreich geht ein potenzieller Partner für die Weiterentwicklung des Europäischen Druckwasserreaktors EPR verloren, deutsche Leistungsreserven stehen nicht mehr zur Verfügung, wenn die Kernkraftwerke entlang der Loire wegen Wärme oder Eis nicht mehr gekühlt werden können. Und dann ist da noch die Befürchtung, Deutschland könnte sich eine industrielle Verjüngung verordnen, die die europäischen Nachbarn ins Hintertreffen geraten ließe.
Die Folgen der Katastrophe von Fukushima sollen in dieser Ringvorlesung von möglichst vielen Seiten beleuchtet werden. Dabei soll auch die Zukunft in den Blick genommen werden. Das Konzept einer Energieversorgung mit Biowasserstoff, wie es im Studium generale bereits im WS 2009/2010 und im WS 2010/2011 erarbeitet wurde, erscheint unter dem aufbauenden Innovationsdruck und den geänderten Rahmenbedingungen in einem neuen Licht. Sind wir durch Fukushima nun bereit, von unseren eingefahrenen Denkmustern Abstand zu nehmen und Strom als universellen, aber ineffektiven Energieträger, durch Wasserstoffgas zu ersetzen?
Termine
Mittwochs, 17:15 – 18:45
12. Oktober 2011 – 01. Februar 2012
Ort
HTWK Leipzig, Karl-Liebknecht-Straße 132, 04277 Leipzig
Raum G119
Programm
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zuletzt aktualisiert am 12.01.2012E-Mail an den Autor senden











