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Geschichte der HTWK Leipzig

Zeittafel

Vorgängereinrichtungen

Die HTWK Leipzig wurde am 15. Juli 1992 gegründet, entstand jedoch nicht neu, sondern setzt eine lange Tradition technischer Bildungseinrichtungen sowie der mit der Buchstadt Leipzig eng verbundenen Lehrstätten für Bibliothekare, Buchhändler, Museologen und Polygrafen fort. Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften ist in besonderer Weise der Stadt Leipzig als einem bedeutenden deutschen Handels-, Messe- und Wirtschaftszentrum mit einer großen Vergangenheit und hervorragenden Zukunftschancen verpflichtet. Zu den jüngeren Wurzeln gehört die Technische Hochschule Leipzig, die ganz wesentlich aus der Hochschule für Bauwesen Leipzig und der Ingenieurhochschule Leipzig hervorgegangen ist. Einige ältere Wurzeln der Hochschule, die gleichsam die Quellen technischer Bildung in Leipzig geworden sind, haben wir hervorgehoben gewürdigt. Für andere ist die Zeittafel historischer Rahmen.

Der Maler Adam Friedrich Oeser wurde 1764 mit dem Direktorat der Zeichnungs-, Mahlerey- und Architektur-Academie zu Leipzig betraut. J. P. Habersang leitete die Architekturabteilung und lehrte das Fach Baukunst. Zu seinem wissenschaftlichen Konzept gehörte die Anwendung mathematisch-naturwissenschaftlicher Kenntnisse. Die Einrichtung des Studiengangs Architektur an der HTWK Leipzig hat zwei Jahrhunderte später auf erfreuliche Weise diesen Kreis geschlossen.

Der Architekt und Baumeister Albert Geutebrück stand seit 1823 der Architekturabteilung der Akademie vor. Nach seinen Plänen kam es durch Dekret vom 13. Juli 1838 zur Gründung der Königlich-Sächsischen Baugewerkenschule zu Leipzig, zu deren ersten Direktor er bestellt wurde. Albert Geutebrück, der gleichzeitig Stadtbaumeister war, erkannte die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Orientierung der Ausbildung für das Baugewerbe. Professoren der Baugewerkenschule haben der Stadt Leipzig mit ihren Entwürfen und Bauwerken zahlreiche Zeugnisse hinterlassen. Akademie und Baugewerkenschule benutzten mehr als 60 Jahre, von der Pleißenburg bis zum Neuen Akademiegebäude in der Wächterstraße, gleiche Unterrichtslokalitäten und verstärkten sich gegenseitig durch ihre Lehrkräfte.

Der Akademieprofessor Ludwig Nieper gründete 1875 die Städtische Gewerbeschule zu Leipzig. Sie ist die historische Wurzel für die ingenieurwissenschaftliche Ausbildung im Maschinenbau und in der Elektrotechnik. Ihre Gründung war die Konsequenz aus der Erkenntnis, daß der Gewerbetreibende neben einer allgemeinen höheren Bildung noch einer gründlichen Fachbildung bedurfte. Die Gewerbeschule sollte daher in Verbindung mit der Werkstatt einen fachtechnischen, durch handwerkliche Praxis untermauerten Unterricht bieten.

In den Jahren 1877 bis 1892 war August Föppl einer ihrer bedeutenden Lehrer. Er machte sich um die theoretische Durchdringung technischer Prozesse verdient, deren Begründung er besonders mit den aus ingenieurpraktischen und experimentell gewonnenen Erkenntnissen betonte. Sein Lehrbuch "Vorlesungen über technische Mechanik" wurde in sechs Bänden von 1898 bis 1910 in Leipzig herausgegeben. Ihm verdanken wir u. a. auch die geschlossene vektoranalytische Darstellung der Maxwellschen Theorie der Elektrizität und – Leipzig im Besonderen – die Berechnung der gußeisernen Fachwerkträgerkonstruktionen zur Überdachung der städtischen Markthalle.

Die Geschichte der HTWK Leipzig ist nur verkürzt und unvollständig dargestellt. Besonders die Entwicklung zur Städtischen Gewerbeschule, der buchhändlerischen, bibliothekarischen und polygrafischen Lehrstätten und vor allem zur Technischen Hochschule Leipzig und zur HTWK Leipzig sind an anderer Stelle ausführlich gewürdigt.

Allein seit 1954 haben die genannten Hochschulen mehr als 16.000 Diplom-Ingenieure und mehr als 1.200 Doktor-Ingenieure hervorgebracht. 

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Zeittafel

1764 Zeichnungs-, Mahlerey- und Architektur-Academie zu Leipzig
Direktor Adam Friedrich Oeser (1717-1799)
1838 Königlich-Sächsische Baugewerkenschule zu Leipzig
Direktor Albert Geutebrück (1801-1868)
1909 Königlich-Sächsische Bauschule
1920 Sächsische Staatsbauschule
1954 Hochschule für Bauwesen Leipzig
1977

Technische Hochschule Leipzig

1875 Städtische Gewerbeschule zu Leipzig
Direktor Ludwig Nieper (1826-1906)
1922 Höhere Maschinenbauschule Leipzig
1956 Ingenieurschule für Schwermaschinenbau und Elektrotechnik Leipzig
1965 Ingenieurschule für Automatisierungstechnik
1969 Ingenieurhochschule Leipzig
1977 Technische Hochschule Leipzig
1949 Fachschule für Energie Markkleeberg
1956 Ingenieurschule für Gastechnik Leipzig
1970 Ingenieurschule für Energiewirtschaft Leipzig
1988 Technische Hochschule Leipzig
1869 Buchdruckerlehranstalt Leipzig
1950 Ingenieurschule für Polygraphie Leipzig
1969 Ingenieurhochschule Leipzig
1977 Technische Hochschule Leipzig
1914 Fachschule für Bibliothekstechnik und -verwaltung Leipzig
1946 Fachschule für Bibliothekare Leipzig und
1957 Fachschule für Buchhändler Leipzig vereinigt zur
1985 Fachschule für Bibliothekare und Buchhändler Leipzig
1955 Fachschule für Bibliothekare an wissenschaftlichen 
Bibliotheken Leipzig
1970 Fachschule für wissenschaftliches Bibliothekswesen
1954 Fachschule für Museumsassistenten Leipzig
1966 Fachschule für Museologen Leipzig
1988 Institut für Museologie Leipzig
1992

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

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Vorgängereinrichtungen

Die HTWK Leipzig wurde 1992 gegründet an Stelle (mit den Gebäuden und teils aus dem Bestand) der vormaligen

  • Technischen Hochschule Leipzig, die 1977 entstanden war durch Zusammenführung der Hochschulen
  • Hochschule für Bauwesen Leipzig,
  • Ingenieurhochschule Leipzig.

Letztere war 1969 gebildet worden aus

  • Ingenieurschule für Automatisierungstechnik Leipzig,
  • Ingenieurschule für Polygraphie Leipzig.

Erstere war in früheren Jahren ebenfalls durch Zusammenlegung verschiedener Ingenieurschulen entstanden. Weitere Ingenieurschulen, Fachschulen und Institute wie die 

  • Ingenieurschule für Energietechnik

schlossen sich später der TH Leipzig an oder wurden, wie 

  • Fachschulen für Bibliothekare, Buchhändler, Bibliothekswesen,
  • Institut für Museologie,

bei der Gründung der HTWK Leipzig einbezogen.

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