Historische Gewebe und ihre Bezeichnungen

Textil-Workshop an der HTWK Leipzig

06.11.2009,

Leipzig, November 2009 – Zum Textil-Workshop „Sammet, Samit, Brokatell – oder was?“ lädt die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) vom Freitag, den 13. November 2009, bis zum Sonntag, den 15. November 2009, ein. Babette Küster, Sammlungskuratorin für Textil am Grassimuseum, gibt an den ersten beiden Tagen einen Einblick in die Bindungslehre und die verschiedenen Bezeichnungen von historischen Geweben. Am 15. November 2009 können die Teilnehmer des Workshops dann vor den Originalen im Grassimuseum ihr Wissen unter Beweis stellen. Die Veranstaltung der Fakultät Medien wird von Professor Dr. phil. habil. Johannes Tripps organisiert und richtet sich an die Studierenden des Studiengangs Museologie. Darüber hinaus sind interessierte Gäste herzlich willkommen.

Die Bezeichnungen historischer Gewebe sind verwirrend vielfältig und geben dem Betrachter kaum Hinweise auf Aussehen und Eigenschaften des betreffenden Textils. Ist Sammet und Samit das gleiche? Sind beides vielleicht alte Ausdrücke für Samt? Handelt es sich bei Damast um eine Tischdecke oder ein Gewebe? Und: was hat der Brokatell mit dem Brokat zu tun? Alles Fragen, die immer wieder gestellt werden. Sie lassen sich zwar ganz einfach mit nein, ja und nein, beides und gar nichts beantworten – nur damit ist dem Fragenden nicht wirklich geholfen.

Entscheidend für die Bestimmung eines Gewebes ist die verwendete Webtechnik oder Bindung sowie das Material. Kenntnisse auf diesen Gebieten sind jedoch in einer Zeit der industriellen Massenproduktion, in der die Reparatur eines Kleidungsstückes teurer als seine Neuanschaffung ist, kaum noch weit verbreitet. Dabei ist auch bei der modernen, computergestützten Weberei nach wie vor das Verkreuzen zweier senkrecht zueinander stehender Fadensysteme, die als Kette und Schuss bezeichnet werden, die Grundlage eines jeden Gewebes. Die Art und Anzahl der Verkreuzungen wiederum bedingt die Bindung, durch die Struktur und Musterung eines Gewebes entstehen.

Einen Weg durch dieses Gewirr von Geweben und ihrer Bezeichnung soll dieser Workshop mit Hilfe der Bindungslehre und anhand der Analyse ausgewählter Beispiele aufzeigen.

Termine Workshop:
Freitag, 13. November 2009, 18.00 Uhr, Hörsaal G 119 des Geutebrück-Baus,
Karl-Liebknecht-Str. 132, HTWK Leipzig
Samstag, 14. November 2009, 10.00 Uhr, Hörsaal G 119 des Geutebrück-Baus,
Karl-Liebknecht-Str. 132, HTWK Leipzig
Sonntag, 15. November 2009, 15.00 Uhr, Grassimuseum, Johannisplatz 5–11


Ansprechpartner:
Prof. Dr. phil. habil. Johannes Tripps, HTWK Leipzig
Telefon: +49 (0)341/3076-5439
E-Mail: tripps (at) fbm.htwk-leipzig.de