Lange Nacht der Wissenschaften

Die Lange Nacht der Wissenschaften findet alle zwei Jahre an einem Freitagabend im Juni statt. Leipzigs Forschungseinrichtungen laden hier gemeinsam mit der Stadt Leipzig interessierte Gäste in ihre Labore, Hörsäle, Magazine und Archive ein. 

Nächster Termin: 22. Juni 2018

Wissenschaftsnacht 2016

Ausführlicher Rückblick

„Ein Kanu aus Beton? Wir dachten erst, das geht doch gar nicht! Aber weil es so schick aussieht, mussten wir einfach stehenbleiben und es uns ansehen.“ Maria und Kurt Okunik aus Koblenz waren am 24. Juni 2016 auf ihrem Weg von Connewitz in die Leipziger Innenstadt am HTWK-Campus vorbeigekommen – und mitten in der „Langen Nacht der Wissenschaften“ gelandet. Zu dieser fanden an der HTWK Leipzig über 40 Veranstaltungen am Campus-Süd und im zentrumsnahen Wiener-Bau der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik statt. Über 1.200 interessierte Gäste – darunter Familien, junge Erwachsene und Senioren – erlebten in Mitmach-Aktionen, Laborbesichtigungen und Präsentation die Vielfalt der Forschung an der HTWK Leipzig und genossen die klimatisierten Innenräume bei hochsommerlichen Außentemperaturen von über 30 Grad.

Auch der Leipziger Musiker Henning Plankl schaute sich mehrere Stunden auf dem Campus Süd der HTWK Leipzig um. Begleitet wurde er von seinem Sohn – „um ihn an die Wissenschaft heranzuführen“. Besonderen Eindruck bei Vater und Sohn hinterließ der Vortrag „Künstliche Muskeln für Roboter-Würmer“. Dieser war Teil des umfangreichen Wissenschaftsprogramms im Nieper-Bau. Weitere Highlights hier waren mehrere Roboterarme, die von den Besuchern gesteuert Magnetfische angelten und Limonade einschenkten, sowie das Fußballroboterteam der HTWK Leipzig, welches am Abend von Fans und „Trainern“ zur Weltmeisterschaft verabschiedet wurde. Auch bot sich für zahlreiche Interessierte erstmalig die Gelegenheit, selbst eine VR-Brille aufzusetzen und sich so durch virtuelle Welten zu bewegen. In den Laboren der Fakultät Maschinenbau und Energietechnik konnten Motoren zum Rotieren gebracht, energieautarke Sensoren per Föhn mit Strom gefüttert und verschiedene Objekte in 3-D gescannt und gedruckt werden.

Die Veranstaltungsfläche erstreckte sich weiter in die Gustav-Freytag-Straße, welche am 24. Juni für Autos gesperrt war. Am zentralen Infostand gab es Zuckerwatte und Luftballons sowie einiges zu bestaunen: Ein Designer-Kleid aus Beton, das dank des Hightech-Werkstoffs Carbon kaum schwerer als ein Brautkleid ist, ein Modell zur Veranschaulichung von Deichbrüchen, ein dem Hundertfüßler nachempfundenen Roboter … Spielfreudige konnten gegen den aktuellen Stadtmeister im Schach antreten oder ihr Wissen über die Region im Spiel „Mitte Deutschland“ testen. Etwas weiter die Straße hinunter gab es Live-Musik, und auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Großen Ansturm erlebten auch die geöffneten Druck- und Verpackungslabore. Hier konnten Besucher miterleben, wie Joghurtdeckel auf ihre Reißfestigkeit getestet werden, nach Erdbeeren duftende Postkarten und kleine Bücher herstellen sowie so einiges über die Wechselwirkung von Farbe und Material und die Welt der Verpackung erfahren.

Zwischen dem Campus Süd und dem Gebäude der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik im Musikviertel fuhren als Shuttleservice zwei Elektroautos. Chauffiert wurden die Passagiere persönlich von zwei im Bereich der Elektromobilität forschenden Wissenschaftlern, die während der Fahrt alle Fragen zum Thema beantworteten. Highlight dort war wie schon in den Vorjahren das durchgehend voll besuchte Hochspannungslabor, in welchem die Kraft von 100.000-Volt-Blitzen eindrucksvoll demonstriert wurde. Die Besucher konnten das funkende Spektakel aus nur wenigen Metern Abstand, aber sicher geschützt durch eine Metallabsperrung beobachten.

(Rebecca Schweier, EINBLICKE. Forschungsmagazin 2016, S. 12)