Lukas Kube im Porträt
Meine Berufung fürs Leben – über Forschung, Lehre und Leipzig

»Das Schönste ist, wenn Studierende das Gelernte nutzen, um eigene Ideen umzusetzen.«
Lukas Kube
Laboringenieur · Wissenschaftlicher Mitarbeiter · Fakultät Ingenieurwissenschaften (Bereich Fertigungstechnik / generative Fertigung), Fakultät Informatik und Medien (Bereich Beschichtungsprozesse), Forschungsbereich Additive Multimaterial Manufacturing (AM³)
5 Fragen an Lukas Kube
Über seine Arbeit, seine Motivation und das Leben in Leipzig
Wie hat sich dein eigener Weg an der HTWK entwickelt?
„Ich bin als Laboringenieur gestartet. Später hat sich meine Arbeitsstelle aufgeteilt – halb Laboringenieur, halb wissenschaftlicher Mitarbeiter. Das hat mir einerseits Sicherheit gegeben, andererseits die Möglichkeit, mich fachlich weiterzuentwickeln. Mit der Zeit kamen neue Themen dazu, zum Beispiel der Aufbau neuer Laborinfrastruktur und die Mitarbeit in Forschungsprojekten. Dadurch ist mein Aufgabenfeld Schritt für Schritt gewachsen.“
Wo siehst du für dich die größten fachlichen Entwicklungsmöglichkeiten?
„Gerade im Bereich der additiven Fertigung passiert extrem viel. Neue Materialien, neue Verfahren, neue Anwendungen, da lernt man ständig dazu. Besonders spannend finde ich den Bereich Multimaterial. So hat man viele Möglichkeiten nicht nur Bauteile zu drucken, sondern verschiedene Funktionen zu integrieren. Dass ich an der HTWK die Möglichkeit habe, dafür neue Technik mit aufzubauen, ist eine große fachliche Entwicklungschance für mich.“
Welche Rolle spielt Lehre für deine persönliche Weiterentwicklung?
„Lehre zwingt einen, Dinge wirklich zu durchdringen und verständlich zu machen. Wenn Studierende Fragen stellen, merkt man schnell, wo man selbst noch tiefer einsteigen muss. Gleichzeitig entwickelt man didaktisch viel: Wie erkläre ich komplexe Technik so, dass sie motiviert statt abschreckt? Diese Rückkopplung aus der Lehre ist für meine eigene Entwicklung unglaublich wertvoll.“
Welche Perspektiven eröffnet dir das Umfeld einer Hochschule für angewandte Wissenschaften?
„Die Nähe zur Praxis ist ein großer Vorteil. Forschungsthemen landen nicht in der Schublade, sondern direkt im Labor und in der Lehre. Gleichzeitig entstehen aus Lehrveranstaltungen wieder neue Ideen für Projekte. Dazu kommen internationale Kontakte, die wir gerade weiter ausbauen. Das eröffnet auch persönlich neue Horizonte, fachlich wie kulturell.“
Wie möchtest du dich in den nächsten Jahren weiterentwickeln?
„Ich freue mich darauf, mit der neuen Laborinfrastruktur richtig loszulegen und das Thema Multimaterial-AM weiter voranzubringen. Gleichzeitig möchte ich die internationalen Formate ausbauen und noch stärker in den Austausch mit Partnerhochschulen gehen. Für mich gehört zur Entwicklung dazu, nicht stehen zu bleiben, sondern neue Themen, neue Kooperationen und neue Lehrformate auszuprobieren.“


Persönliche Leidenschaft: Multimaterial Additive Manufacturing
Im Fokus seiner Arbeit steht die additive bzw. generative Fertigung – also 3D-Druck weit über klassische Filamentdrucker hinaus. Besonders interessiert ihn Multimaterial Additive Manufacturing: verschiedene Materialsysteme (z. B. Thermoplaste, Tinten und Pasten) in einem Bauteil so zu kombinieren, dass neue Funktionen direkt „mitgedruckt“ werden können.
Dafür wurde ein neues Labor-Setup mit einem über einen DFG-Großgeräteantrag bewilligten Drucksystem eingerichtet – und sorgt seitdem dafür, dass die Infrastruktur auch für weitere Projekte nutzbar wird.
"Macher”-Momente
Für Lukas Kube sind die schönsten Momente in der Lehre die, in denen bei Studierenden der Schalter sich umlegt und aus Theorie plötzlich eigenes Machen wird. Er erlebt immer wieder, wie Hemmschwellen fallen, sobald klar wird, wie zugänglich moderne Fertigungstechnologien inzwischen sind. Besonders freut es ihn, wenn Studierende später erzählen, dass sie das Gelernte ganz praktisch nutzen: um eigene Ideen umzusetzen, Probleme zu lösen oder Bauteile selbst zu entwickeln. Genau dann zeigt sich für ihn, dass Technik nicht abstrakt bleiben muss, sondern Menschen befähigen kann, selbst kreativ und handlungsfähig zu werden.
Mein Weg an die HTWK Leipzig
- Aufgewachsen in Leipzig
- Maschinenbau (Diplom) in Dresden
- Rückkehr nach Leipzig
- Kurzstation Umweltconsulting (Altlasten-/Sanierungsbewertung)
- Seitdem an der HTWK Leipzig: Laboringenieur und zusätzlich wissenschaftliche Projektanteile im Umfeld der generativen / additiven Fertigung
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