(Un-) Zugehörig. Jüdinnen in der deutschen Frauenbewegung
In größerem Maße als bei anderen Minderheiten ist die Geschichte jüdischer Frauen in Deutschland von Kontinuitäten und Bruchstellen gekennzeichnet. Einige davon möchte ich in meinem Vortrag als Blitzlichter nebeneinanderstellen. Auf diese Weise möchte ich einen Eindruck davon geben, mit welcher Art von Fragestellungen und weißen Flecken des Wissens über jüdische Geschichte und speziell an jüdischer Geschichte von Frauen wir uns auseinandersetzen müssen.
Esther Jonas-Märtin, 1974 in Leipzig geboren, studierte Germanistik, Religionswissenschaften, Jüdische Studien und Moderne Geschichte an den Universitäten Leipzig und Potsdam. Zunächst arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem interreligiös angelegten DFG-Projekt über „Jüdische Frauen in Deutschland nach 1945 zwischen Religion und Politik“. Seit 1996 ist sie Referentin und veröffentlichte zu zahlreichen Themen des Judentums und jüdischer Geschichte. 2017 schloss sie an der Ziegler School of Rabbinic Studies in Los Angeles ihren Master of Arts in Rabbinic Studies ab und erhielt zugleich ihre Ordination (Smicha).
Rabbinerin Jonas-Märtin ist Mitglied der Rabbinical Assembly (Conservative/Masorti). Sie ist Mitglied des Rabbinischen Beirates des Abraham Joshua Heschel Seminars, Potsdam. Als Initiatorin von "Beth Etz Chaim", dem jüdischen Lehrhaus in Leipzig, tritt sie sowohl für die Vermittlung jüdischen Wissens und jüdischer Werte, für Pluralismus als auch für die friedliche Koexistenz der Religionen und Weltanschauungen ein. - Webseite: www.etzchaim.de. Weiterhin engagiert sie sich im interreligiösen Dialog und ist überdies Mitglied im Kuratorium der Leo Trepp Stiftung. Im Oktober 2021 erhielt Esther Jonas-Märtin die Friedensplakette "Schwerter zu Pflugscharen", die zur Würdigung jüdischer AufBrüche im Festjahr 1700 Jahre jüdische Geschichte auf deutschem Boden verliehen wurde.
