Rückblick Ferienhochschule für Girls* in den Winterferien 2026

Unter dem Motto „Connecting Dots“ („Punkte verbinden“ oder „Zusammenhänge erkennen“) fand vom 17. bis 19. Februar 2026 die zweite Winter-Ferienhochschule für Girls* an der HTWK Leipzig statt. Rund 20 Teilnehmer*innen nutzten die Gelegenheit Hochschulluft zu schnuppern und die Welt der MINT-Fächer kennenzulernen.
Die Ferienhochschule ist ein kostenloses Angebot und richtete sich gezielt an Mädchen und junge FLINTA* (Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre und agender Personen), da diese in vielen Bereichen der Wissenschaft und Forschung sowie in technischen Berufen unterrepräsentiert sind. Die HTWK wollte mit diesem Format einen geschützten Raum zum Lernen, Experimentieren und Austauschen schaffen.
In vielfältigen Workshops experimentierten die Teilnehmer*innen drei Tage lang, entwickelten eigene Ideen und entdeckten neue Zusammenhänge – ganz im Sinne des Mottos „Connecting Dots“. Ausgehend von kleinen „Punkten“ wie Pixeln, Tropfen oder Partikeln entstanden neue Perspektiven und Projekte. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmerinnen Einblicke in Labore, Studiengänge und den Studienalltag an der Hochschule und konnten ihre eigenen Stärken entdecken. Den Abschluss bildete eine Präsentation der entstandenen Projekte in der Bibliothek, zu der Familie, Bekannte und Hochschulangehörige eingeladen waren.
Was sagen die Teilnehmerinnen?
„Sehr coole Veranstaltungen und eine super Möglichkeit für Mädchen die gerne in die Wissenschaft wollen.“
„Ich war von der Vielfalt überzeugt und wie viel man wirklich für sich selber lernen und mitnehmen kann.“
„Mir hat das Arbeiten mit Phyton und Programmiersprachen sehr gefallen da wir in der Schule eine Vorstufe behandelt hatten ich mir darunter aber nicht viel vorstellen konnte. Jetzt macht es mir sehr Spaß und ich konnte es mir viel besser vorstellen. Ich habe viele neue Sachen dazugelernt.“
„Das war eine schöne Möglichkeit auch mal spezielle Technik zu nutzen, zu der man sonst keinen Zugang hat.“
Die drei Tage waren mit den unterschiedlichsten interaktiven Workshops gefüllt, welche teils gemeinsam in großer Runde und teils in kleineren Gruppen stattfanden. Hier ein Einblick in die einzelnen Workshops:
Binary Bracelets - Schmuck programmieren ohne Computer
Den Auftakt bildete ein Workshop, in dem die Teilnehmer*innen Armbänder gestalteten. Dabei spielte nicht nur die Ästhetik eine Rolle: Die Muster entstanden nach der Logik des Binärcodes. Mit den Ziffern 0 und 1 wurden Wörter oder Zahlen codiert, die anschließend durch verschiedenfarbige Perlen dargestellt und zu individuellen Armbändern aufgefädelt wurden.
Einige dieser codierten Armbänder waren auch in den folgenden Tagen noch an den Handgelenken der Teilnehmer*innen zu sehen. Nach einer ausführlichen Campustour haben sich die Girls anschließend in drei verschiedene Workshops aufgeteilt:
Pixel Party - Bilder, Texte und Games auf 256 LEDs
Hier konnte man Blumen wachsen und Herzen pulsieren sehen – nicht analog, sondern als Pixel auf einer 15cm x 15cm großen Matte mit 256 LEDs. Schon nach etwa zwei Stunden wirkten die Girls ganz sicher im Umgang mit der LED-Matrix, als hätten sie dies schon öfter gemacht.
Tanzende Tropfen – Choreografien, Verfolgungsjagden und Labyrinthe für Tropfen
Kleine Tropfen, große Überraschungen - Was ist ein Tropfen, wie entsteht er und warum ist das wichtig? In diesem Workshop entdeckten die Teilnehmerinnen spielerisch die faszinierende Welt der Tropfen. Die spannendste Entdeckung dabei war der Marangoni-Effekt: Unterschiedliche Oberflächenspannungen erzeugen Strömungen, die Tropfen antreiben oder ihre Bewegung verändern.
Die Teilnehmeri*nnen konnten selbst experimentieren, Tropfen „jagen“ lassen und beobachten, wie sie sich gegenseitig verfolgen oder kleine Labyrinthe durchqueren.
Was Körner zusammenhält: Mikroskopische Einblicke in stabile Hänge
Wie lassen sich Tagebaugruben in Seen verwandeln – und worauf kommt es dabei an? Das konnten die Teilnehmeri*nnen in den Laboren der Geotechnik selbst herausfinden. Mit viel Neugier bauten sie aus unterschiedlichsten Partikeln – von Splitt über Glas bis Schluff – kleine Modellhänge und füllten diese mit Wasser, um deren Stabilität zu testen. Dabei merkten sie schnell: Korn ist nicht gleich Korn!
Für die beiden anderen Tage konnten die Teilnehmer*innen einen weiteren Workshop wählen, der durch das 2-Tage-Format eine noch intensivere Auseinandersetzung ermöglichte:
Skulpturen aus Punktwolken – Einscannen, umgestalten, ausdrucken (in 3D!)
Reale und virtuelle Welten verschmolzen in diesem Workshop auf spielerische Weise. Die Teilnehmer*innen posierten, scannten sich in 3D ein und modellierten an ihren Köpfe und Hände im digitalen Raum. Am Ende erwachten die eigenen Figuren sowohl in der VR-Brille als auch als 3D-Druck zum Leben – ein kreatives Zusammenspiel zwischen Bewegung, Technik und viel Spaß!
Nach dem intensiven Workshopprogramm gab es noch einen Input und Austausch von und mit Prof. Ina Fichtner – Professorin für Mathematische Systemtheorie an der Fakultät Digitale Transformation der HTWK Leipzig. Sie berichtete von ihrem persönlichen Weg, teilte inspirierende Ratschläge für die berufliche Orientierung und animierte die Teilnehmer*innen, ihre eigenen Vorstellungen und Ziele aktiv zu verfolgen.
Anschließend kamen die Teilnehmerinnen für einen Zukunftsworkshop zusammen:
Deine Zukunft – Reality - Check, Möglichkeiten und Perspektiven
Es klappert, rauscht und klackt – und die Stimmung ist hochkonzentriert. Fleißig bauen die Teilnehmer*innen ihre möglichen Zukunftsberufe aus Lego. Dabei entstehen ganz unterschiedliche Szenen: von konkreten Vorstellungen zu Arbeitsort und Tätigkeiten bis hin zu spielerischen, abstrakten Landschaften, die Interessen und Wünsche sichtbar machen. Vielleicht wird ja der ein oder andere Baustein zur Grundlage für die eigene Zukunft?
In den vergangenen Tagen wurden viele Punkte verbunden – im virtuellen Raum ebenso wie ganz analog vor Ort: zwischen den Teilnehmerinnen, den Lehrpersonen und Studis der Hochschule. Besonders schön war zu sehen, dass einige bekannte Gesichter aus der vergangenen Ferienhochschule wieder dabei waren. Das zeigt, wie nachhaltig solche Begegnungen wirken können.
Text: Maiella Di Donato
Impressionen
(c) Fotos: Maiella Di Donato