Dr. Andreas Reinhold erhält den Dissertationspreis 2018

Energie fließt in Form von Strom und Spannung nicht ungestört durch elektrische Netze. Die Energie kann, für den Laien vergleichbar mit Wasser in Leitungen, bei der Übertragung verunreinigt werden. Wie Wasser unterliegt auch die Elektroenergie bestimmten Qualitätsanforderungen. Die Energiequalität elektrischer Netze kann durch nicht „netzfreundliche“ elektrische Geräte gestört werden. Solche Geräte produzieren so genannte Oberschwingungen, die dem Stromnetz schaden.
Dr. Andreas Reinhold hat sich mit aktiven Filtern befasst. Das sind Geräte aus elektrischen Leistungshalbleitern, die Gegenschwingungen aufbauen, welche die schädlichen Schwingungen kompensieren. Konkret hat er den speziellen Aufbau eines aktiven Filters untersucht und simuliert, damit ist es zukünftig möglich gleichzeitig die Energiequalität von Wechsel- und Gleichspannungsnetzen zu verbessern. Insbesondere in der Industrie eröffnet das neue Optionen. Schließlich ermöglicht Reinholds neuartiger Ansatz, die Energieeffizienz zu steigern – was sowohl Kosten reduziert als auch der Umwelt hilft. Bei der Feierlichen Immatrikulation am 8. Oktober im Gewandhaus zu Leipzig erhielt der Nachwuchswissenschaftler dafür den Dissertationspreis der Stiftung der HTWK.
Betreut wurde seine Arbeit „Theoretische Untersuchung und Simulation einer aktiven Filteranlage mit parallel-serieller Struktur für sechspulsige Diodengleichrichter" von Prof. Dr. Grohmann (HTWK Leipzig) und Prof. Dr. Petzold (TU Ilmenau). Im Dezember 2017 hat Dr. Reinhold sie an der Technischen Universität Ilmenau verteidigt.
Bereits während der Promotionszeit war Dr. Reinhold an der HTWK Leipzig als Laboringenieur tätig und hat dort Studierende betreut. Auch heute lehrt er weiter an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und forscht dort am Institut für Elektrische Energietechnik. Aktuell untersucht er leistungselektronische Geräte, die die Interaktion zwischen Energiespeichern und am Netz regeln.
Ein Vermögen für den Nachwuchs
Sommer 2012: Als wichtiges Fundraising-Instrument der Hochschule wird die Stiftung HTWK gegründet. 20 Unternehmer und Privatleute stiften zusammen das Gründungsvermögen von 100.000 Euro. Damit wurde der Grundstein für den langfristigen Aufbau einer Stiftung durch weitere Zustiftungen gelegt. Zu den adressierten Geldgebern der Stiftung zählen vor allem regionale Unternehmen, die persönliche Fürsprache durch Alumni der Hochschule ist dabei nicht zu unterschätzen. Einer gemeinnützigen Stiftung ein Stück vom persönlichen Nachlass zu vererben, ist ebenfalls möglich. „Zustiftungen sind jederzeit gern gesehen“, sagt Prof. Markus Krabbes, Prorektor Forschung und Kuratoriumsmitglied.
Während der HTWK-Förderverein seine Aktivitäten auf das aktive Studierenden-dasein und die Internationalisierung fokussiert, soll das Wirken der Stiftung die Ausstrahlung der Hochschule in Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft fördern. Insbesondere die Auslobung des mit 3.000 Euro dotierten Dissertationspreises fußt auf dem Engagement der Stiftung. Im Jahr 2018 wurde der bereits zum fünften Mal vergebene Preis von RTI Automation GmbH gestiftet.