Museologie

Bachelor | Fakultät Medien

Museen entscheiden, was besteht oder vergeht: Sie sammeln und bewahren kulturelle Zeugnisse der Menschen und ihrer Umwelt und stellen sie aus. Der Bachelorstudiengang Museologie bildet in allen Funktionsbereichen der Museen aus – sowohl theoretisch fundiert als auch praxisorientiert.

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Studieninhalt

Museen haben Konjunktur: Immer wieder werden neue Häuser gegründet, bereits bestehende Museumssammlungen stetig erweitert. Museumsausstellungen ziehen jährlich viele Millionen Menschen an. Doch alles ist nicht sinnvoll ohne das Wissen über die Objekte und ohne ein professionelles Sammlungsmanagement.

Grundlage aller Museumsarbeit sind die historisch gewachsenen Sammlungen, die Objekte und ihre Bedeutungen. Sie werden beschafft und auf Dauer bewahrt, erforscht, ausgestellt und vermittelt. Der Bachelorstudiengang Museologie bildet in allen Funktionsbereichen der Museen aus. Im Zentrum steht dabei die Dokumentation: Objekte professionell handhaben, sie inventarisieren, Informationen über die Sammlungsstücke erarbeiten und in Datenbanken aufbereiten. Hier besitzt der Studiengang ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland.

Wer an der HTWK Leipzig studiert, erhält fundierte Kenntnisse in der Erschließung, aber auch Vermittlung von Kulturgut – durch Ausstellungen und museumspädagogische Formate – und wird in die Vielschichtigkeit der Museumsarbeit eingeführt. Eigenständiges Arbeiten in Projekten und ein fünfmonatiges Praktikum in einem selbstgewählten Museum garantieren sowohl Praxisnähe als auch eine individuelle Ausrichtung des Studiums.

Studienaufbau

Pflicht-/Wahlpflichtmodule: 1. bis 7. Semester

Praxisabschnitt: 5. Semester

Bachelorarbeit: 7. Semester

Das Studium beginnt mit vier Semestern an der Hochschule. Es folgt ein fünfmonatiges Museumspraktikum. Das sechste und das siebte Semester sind wiederum „Theorie-Semester" an der Hochschule. Die einzelnen Module des Studiums sind zu sechs „Themenfeldern“ zusammengefasst. Drei spiegeln insbesondere das Studienziel wider, für die konzeptuelle, selbstständige Museumsarbeit zu qualifizieren, vor allem zur Pflege, Erweiterung und Katalogisierung sowie zur Vermittlung von Kulturgut-Sammlungen:

Dokumentation im Museum

Wesentlich ist die Fähigkeit, Objekte zu bestimmen und damit Dokumentationsdaten zu erzeugen. Es geht darüber hinaus um Sammlungs- und Informationsmanagement. Die Lehrinhalte sind teils technisch orientiert (Datenbanken für die Sammlungsverwaltung, zeichnerische und fotografische Dokumentation), doch vor allem inhaltlich ausgerichtet: Die Bestimmung und Erschließung von Museumsobjekten verlangt Kenntnisse der Kunststile, der historischen Epochen, der fachlichen Begriffe. Zudem helfen Erfahrungen aus der exemplarischen Beschäftigung mit einzelnen Objektgattungen und deren historischen Zusammenhängen (wie Kostümgeschichte, Keramik, Edelsteine, Silberwaren, historische Bücher und Bucheinbände, Zeugnisse der Industriekultur u. a. m.).

„Dokumentation im Museum“ ist das umfangreichste Themenfeld und durchzieht den gesamten Studienverlauf. Über Wahlpflichtmodule kann man den Studienschwerpunkt noch vertiefen (wie Erschließung grafischer Sammlungen, Archivkunde, Leih- und Transportmanagement, Medien- und Urheberrecht).

Vermittlung im Museum

Museen ohne interessierte Besucher – in Ausstellungen, Veranstaltungen, museumspädagogischen Formaten – sind nicht vorstellbar. Museen definieren sich geradezu über die Öffentlichkeit, arbeiten im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung. Darum ist „Vermittlung im Museum" ein weiteres wichtiges Themenfeld. Es umfasst Theorien der Kommunikation und des Marketing im Museum sowie eine intensive Auseinandersetzung mit komplexer Ausstellungspraxis. Es geht im Studium prinzipiell darum, Kompetenzen in der personalen wie medialen Vermittlung von Museumsinhalten und in deren Marketing zu entwickeln.

Je nach persönlichem Interesse können die Studierenden diesen Bereich mit Wahlpflichtangeboten zu Publikumsforschung und Museumspädagogik, zu Electronic Publishing oder Kunstmarketing schwerpunktmäßig ausbauen. Dazu dienen ebenso die Praxisphasen.

Praxisphasen

Über zwanzig Prozent des Studienaufwands entfallen auf „Praxisphasen“. Damit wird sichergestellt, dass das erworbene Wissen und Können unter realen Bedingungen und Leistungsforderungen der beruflichen Praxis angewandt, zugleich aber auch verglichen werden kann. Zwei Aufgaben aus der Berufspraxis sind in diesem Themenfeld eigenständig auszugestalten und zu lösen:

  • ein Projekt während des Praktischen Studiensemesters, das mit dem ausgewählten Museum individuell abgestimmt wird, und
  • ein Projekt im sechsten Semester, das in Kleingruppenarbeit (höchstens vier Studierende) und in Kooperation mit externen Partnern durchgeführt wird.

Die weiteren, vom Studienaufwand her kleineren Themenfelder erschließen das Berufsfeld Museum vor allem theoretisch. Sie sollen Einblicke in einige fachwissenschaftliche Disziplinen ermöglichen, die dem Museumsbereich wesentlich zuspielen und damit den Dialog mit den Absolventinnen und Absolventen dieser Fachdisziplinen befördern. Das Themenfeld „Schlüsselqualifikationen“ soll darüber hinaus Kenntnisse und Kompetenzen „über den Tellerrand“ vermitteln – eine wesentliche Voraussetzung für die heutige Berufswelt.

Allgemeine Museologie

Museen sind Institutionen der Gesellschaft mit verantwortungsvoller Aufgabe: Sie bestimmen, was Kulturgut wird, und bewahren es auf Dauer auf. Sie dienen damit der Identitätsstiftung einer Gesellschaft und unterstehen ethischen Grundsätzen. Kenntnisse zu den theoretischen Grundlagen, zu Aufgaben und Typen von Museen in Vergangenheit und Gegenwart sind darum notwendig. Es geht um Kenntnisse der konzeptuellen Grundlagen von Museen und der Erwerbungsverfahren für den Sammlungsaufbau sowie um die Fähigkeit, Prinzipien der Kulturgut-Bewahrung anzuwenden und mit Dokumentations- und Vermittlungsaufgaben in Beziehung zu setzen.

Forschungsansätze und Methodik museumsbezogener Fachwissenschaften

In und für Museen arbeiten nicht nur Museologen. Die Interdisziplinarität im Kulturbereich erfordert Einblicke in Forschungsfelder und Methodik von Fachwissenschaften, die dem Museumsbereich besonders zuspielen. Die Fähigkeit, in wissenschaftlicher Literatur Fakten zu erkennen, Forschungsansätze zu unterscheiden und Forschungskonstrukte zu identifizieren, soll hier ausgebildet werden. Die Übung an der selbständigen Entwicklung von Fragestellungen, an der Auswahl und Anwendung von zielführenden Methoden kann die Fähigkeit zu Dialog und Kooperation mit Fachwissenschaftlern grundlegen. Sie ist zudem Vorübung für die Anforderungen der Bachelorarbeit am Ende des Studiums.

Schlüsselqualifikationen

Mehrere Module fördern systemische Kompetenzen, wie das Filtern von Informationen, um sie für wissenschaftliche Arbeit zu verwenden, sowie „Soft Skills“, um soziale Kompetenzen für das Studium und Berufsleben zu stärken. Darüber hinaus gibt es explizit Module, um Schlüsselqualifikationen auszubilden: wie Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens oder historisches Basiswissen und Kenntnisse zu bedeutsamen Rahmenbedingungen des Berufsfeldes. Als Besonderheit ist das Modul „Berufliche Schlüsselqualifikationen“ zu erwähnen, das aus studiengangübergreifenden Wahlpflichtangeboten der gesamten Fakultät Medien und des Studium Generale der HTWK Leipzig gespeist wird. Studierende unterschiedlicher Disziplinen werden damit zusammengebracht. Neben dem disziplinübergreifenden Blick „über den Tellerrand“ besteht hier auch die Möglichkeit, fachliche Fremdsprachenkenntnisse zu erweitern (neben dem obligatorischen Pflichtmodul „Fachsprache Englisch“).

Abschlussarbeit

Die Bachelorarbeit liegt nach Regelstudienzeit im siebten Semester. Sie bietet die Gelegenheit, sich mit einem selbst gewählten Einzelthema aus der Museumsarbeit und ihrem wissenschaftlichen Umfeld intensiv auseinanderzusetzen. Es geht dabei um die selbständige Bearbeitung eines museologischen Themas oder fachlichen Problems nach wissenschaftlichen Methoden.

Berufliche Perspektiven

Die Kernkompetenz der Museologinnen und Museologen liegt bei der Sammlungsverwaltung und -präsentation in Museen: Objekte beschreiben und durch Datenbanken erschließen (Dokumentation), die Dinge fachgerecht einlagern (Magazinierung, Bestandserhaltung) und für Forschungen wie Ausstellungen bereitstellen (u. a. Leihverkehr, Ausstellungsplanung). Von besonderer Bedeutung ist zudem die Vermittlung der Objekte und der mit ihnen verbundenen Inhalte – durch Wahlpflichtangebote kann im Leipziger Museologiestudium auch der Tätigkeitsbereich Museumspädagogik / Bildung und Vermittlung vertieft werden.

Der Einstieg in die unten genannten Berufsfelder an Museen oder anderen Kultureinrichtungen ist direkt nach dem Bachelorabschluss möglich. Der Weg zu Masterstudiengängen steht jedoch ebenso offen und kann die Qualifizierung für weitere, insbesondere leitende Funktionen inner- und außerhalb von Museen wie Kultureinrichtungen allgemein eröffnen.

Berufsfelder

Sammlungsmanagement, Dokumentation und Registrartätigkeit, Magazinierung und Bestandserhaltung, Ausstellungsplanung, Bildung und Vermittlung im Museum, Teilbereiche des Marketings – damit sind die wesentlichen Tätigkeitsfelder von Museologinnen und Museologen benannt. Entsprechende Berufsfelder finden sich in allen Museumsgattungen: von den Kunstmuseen über die Vielzahl der historischen Museen sowie technisch oder naturwissenschaftlich orientierten Museen bis hin zu Spezialmuseen. Hinzu kommen ähnliche Tätigkeitsfelder in Baudenkmälern mit historischem Inventar, in Ausstellungshäusern, Gedenkstätten oder anderen Kultureinrichtungen sowie im Antiquitätenhandel.

Da das Museologiestudium an der HTWK Leipzig in allen Funktionsbereichen der Museen ausbildet, sind die Absolventinnen und Absolventen auch für die Leitung kleinerer Museen mit breit gefächerten Sammlungen qualifiziert. Ebenso ist eine freiberufliche Tätigkeit oder eine Anstellung bei Museumsdienstleistern – im weiten Feld zwischen IT-Unternehmen und Ausstellungsgestaltern – möglich. Da viele Museen ihre Aktivitäten immer mehr zwischen dem laufenden Kerngeschäft und projektbezogenen Aufgabenbereichen, die an externe Unternehmen vergeben werden, unterscheiden, ergibt sich hier ein wachsender Markt.

Weiterführende Studiengänge

Wer sich nach dem Bachelorstudium der Museologie weiter qualifizieren möchte, kann durch ein aufbauendes Studium individuelle Interessen vertiefen oder die Museologie-Qualifikation mit einem ergänzenden Studium erweitern. In beiden Fällen ergeben sich zusätzliche berufliche Perspektiven inner- wie außerhalb des Museumswesens.

Verschiedene Wege zu fortführenden Studien stehen offen:

  • ein Masterstudium in einem kulturwissenschaftlichen Studiengang (vornehmlich Kunstgeschichte, Geschichtswissenschaft, Europäische Ethnologie), der nicht nur für Bachelors desselben Studienfachs geöffnet ist,
  • ein zweiter Bachelorstudiengang in einem solchen oder anderen fachwissenschaftlichen Studiengang, der damit die fachwissenschaftlichen Qualifikationen erhöht,
  • ein Masterstudium in einem Studiengang, der Inhalte aus verschiedenen Disziplinen unter einem bestimmten thematischen Aspekt verknüpft und deswegen für Bachelors aus verschiedenen Studiengängen geöffnet ist (wie „Industriekultur“ an der TU Bergakademie Freiberg, Denkmalpflege an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, „Europäische Kultur“ an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt a. O., „Sammlungsbezogene Wissens- und Kulturgeschichte“ an der Universität Erfurt oder „Museum und Ausstellung“ an der Universität Oldenburg),
  • ein weiterbildender Studiengang, der neben dem ersten Hochschulabschluss eine gewisse Zeit der Berufstätigkeit als Zugangsvoraussetzung erfordert: diese Studiengänge sind dafür in der Regel auch berufsbegleitend studierbar. Seit 2017 bietet die HTWK Leipzig einen solchen weiterbildenden Master Museumspädagogik | Bildung und Vermittlung im Museum an.

Basisinformationen

Voraussetzungen & Zulassungsbeschränkung

Zugangsvoraussetzungen: Allgemeine oder Fachgebundene Hochschulreife, Fachhochschulreife bzw. einen Hochschulzugang nach § 17 Abs. 3 - 7 SächsHSFG

Zulassungsbeschränkung: Örtlicher Numerus clausus (NC)

Bewerbungszeitraum & Studienbeginn

Bewerbungen nimmt die Hochschule jährlich vom 1. Mai bis 15. Juli (Ausschlussfrist) entgegen. Erfolgreiche Bewerber starten dann zum Wintersemester (= Anfang Oktober).

Während des Studiums ins Ausland?

Die HTWK Leipzig ist mit rund 100 Partnerhochschulen in mehr als 30 Ländern vernetzt. Auslandsmobilität ist vor allem im Rahmen des 5. Fachsemesters, in dem das Praxissemester angesiedelt ist, und im 6. Fachsemester möglich.

Studiengebühren

Im Regelfall werden keine Studiengebühren erhoben.

Wie an allen staatlichen Hochschulen zahlen Studierende auch an der HTWK Leipzig einen geringen Semesterbeitrag (Vorteile: Ticket für den öffentlichen Nahverkehr enthalten, weitere Serviceleistungen des Studentenwerks inkl. Nutzung aller Mensen).

Regelstudienzeit & Abschluss

Nach 7 Semestern Regelstudienzeit und bestandener Abschlussprüfung wird der akademische Grad - Bachelor of Arts, Abkürzung B.A., verliehen. In Summe müssen dafür 210 Leistungspunkte (ECTS-Punkte) erbracht werden. 

Englische Bezeichnung: Applied Museology (Museum Studies) - Bachelor of Arts

Geprüfte Qualität: Akkreditierung

Die exzellente Qualität von Studium und Lehre ist durch die Akkreditierung nach den Regeln des Akkreditierungsrates garantiert. Im Folgenden finden Sie die Akkreditierungsurkunden für die einzelnen Zeiträume:

akkreditierungsurkunde mub 20220930 acquin.pdf

akkreditierungsurkunde mub 20160930 acquin.pdf

akkreditierungsurkunde mub 20150930 akkreditierungsrat.pdf

akkreditierungsurkunde mub 20110930 akkreditierungsrat.JPG

Studien- & Prüfungsordnungen: Aktuelle Fassungen

Studienordnung (vom 10.04.2018, gilt ab 11.04.2018) für alle Studierenden, die seit Wintersemester 2015/16 immatrikuliert sind)

Prüfungsordnung (vom 10.04.2018, gilt ab 11.04.2018) für alle Studierenden, die seit Wintersemester 2015/16 immatrikuliert sind)

Studienordnung (vom 10.02.2015, gilt ab 10.02.2015) für alle Studierenden, die seit Wintersemester 2015/16 immatrikuliert sind)

Prüfungsordnung (vom 10.02.2015, gilt ab 10.02.2015) für alle Studierenden, die seit Wintersemester 2015/16 immatrikuliert sind)

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1) Die Ordnungen umfassen auch studiengangsbezogene Anlagen (Modulhandbuch, Studienablaufpläne, Prüfungspläne, Praktikumsordnung).

2) Die Aussagen zur Gültigkeit sind hier nur Navigationshilfe, verbindlich sind die Schlussbestimmungen der Ordnungen.

Studien- & Prüfungsordnungen: Ältere Fassungen

Studienordnung (vom 29.03.2011, gilt ab 29.03.2011) für alle Studierenden

Prüfungsordnung (vom 29.03.2011, gilt ab 29.03.2011) für alle Studierenden

Studienordnung (vom 17.04.2007, gilt ab 17.04.2007) für alle Studierenden, die seit Wintersemester 2007/08 immatrikuliert sind

Prüfungsordnung (vom 17.04.2007, gilt ab 17.04.2007) für alle Studierenden, die seit Wintersemester 2007/08 immatrikuliert sind

Erste Änderungssatzung zur Studienordnung (vom 2.12.2008, gilt ab Wintersemester 2008/09) für alle Studierenden, die seit Wintersemester 2008/09 immatrikuliert sind

Erste Änderungssatzung zur Prüfungsordnung (vom 2.12.2008, gilt ab Wintersemester 2008/09) für alle Studierenden, die seit Wintersemester 2008/09 immatrikuliert sind

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1) Die Ordnungen umfassen auch studiengangsbezogene Anlagen (Modulhandbuch, Studienablaufpläne, Prüfungspläne, Praktikumsordnung).

2) Die Aussagen zur Gültigkeit sind hier nur Navigationshilfe und veralten ggf. durch eine neuere Fassung. Verbindlich sind die Schlussbestimmungen der Ordnungen.

Allgemeine Studienberatung


M. A. Anne Herrmann
Raum:
Telefon:
+49 341 3076-6156

Studienfachberatung


Prof. Dr. phil. Gisela Weiß
Raum:
Telefon:
+49 341 3076-5422

Studien- und Prüfungsamt


Raum:
Telefon:
+49 341 3076-5427