HTWK-Forscher Davood Peyrow Hedayati stellte die Ergebnisse des Forschungsprojekts ScStrukt am 3. September 2026 bei futureSAX vor
Ein Material – zwei Funktionen: Wenn Energiespeicher direkt in die strukturtragenden Materialien integriert werden könnten, könnten Elektroflugzeuge künftig noch leichter werden und so beispielsweise bei gleicher Leistung auch mehr Passagiere transportieren. Ob und wie gut das funktioniert, erprobten Forschende des Advanced Materials and Structures Labs (AMSL) der Fakultät Ingenieurwissenschaften der HTWK Leipzig im Forschungsprojekt ScStrukt. Das Orientierungsvorhaben wurde über eine Validierungsförderung des Freistaates Sachsen gefördert. Vergangenen Donnerstag, am 3. September 2026, stellte HTWK-Forscher Davood Peyrow Hedayati beim Mid-Term Review der Innovationsplattform futureSAX die Projektergebnisse vor.
„Elektroflugzeuge sind heute vor allem durch das Gewicht ihrer Batterien limitiert: Rund 25 Prozent des Gesamtgewichts entfallen allein auf den Energiespeicher. Ob sich Energiespeicher direkt in tragende Bauteile integrieren lassen, ohne deren mechanische Festigkeit zu beeinträchtigen, war bislang kaum systematisch untersucht. Das Projekt ScStrukt hat genau das erprobt: die schichtweise Integration von Superkondensatoren in Faserverbundstrukturen, mit dem Ziel, Struktur und Energiespeicher in einem Bauteil zu vereinen“, so Hedayati.
Innovativer Ansatz bereits an der HTWK Leipzig ausgezeichnet
Während der Förderphase führte das AMSL-Team bei Struktursuperkondensatoren Belastungstests durch. Dabei trägt die Probe im Biegeversuch mechanische Last und treibt gleichzeitig einen Propeller an. Es zeigte sich, dass Struktur und Energiespeicher im selben Moment funktionieren.
Ihr innovativer Ansatz im Bereich batterieloser Flugsysteme wurde bereits im Juni 2026 im Rahmen der Netzwerkveranstaltung „Forschung trifft …“ mit dem ersten Ideenpreis der HTWK-Gründungsberatung Startbahn 13 ausgezeichnet.
Die Forschungsgruppe AMSL beschäftigt sich aber nicht nur mit der Entwicklung innovativer Werkstoffe, wie eben strukturtragenden Energiespeichermaterialien und nanopartikelverstärkten Kunststoffen. Sie arbeitet auch an FEM-basierten Auslegungstools sowie an anwendungsnaher Forschung für verschiedene industrielle Einsatzbereiche, darunter für den Verkehrssektor, die Luft- und Raumfahrt, die Energie- und Umwelttechnik, das Bauwesen, die Medizintechnik sowie die Elektrotechnik.
Hintergrund zur Validierungsförderung des Freistaates Sachsen
Mit der Validierungsförderung will das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz das Verwertungspotenzial innovativer, wissenschaftlicher Forschung evaluieren und den Forschungstransfer gezielt fördern. So sollen Forschungsergebnisse schneller in die Anwendung kommen.

