Austausch über Forschung, Lehre und gemeinsame Projekte beim Besuch des Diplomaten und des Honorarkonsuls am 9. März 2026 an der HTWK Leipzig
Im HolzBauForschungsZentrum der HTWK Leipzig empfingen HTWK-Rektor Prof. Dr.-Ing. Jean-Alexander Müller sowie der wissenschaftliche Leiter der Forschungshalle Prof. Dr.-Ing. Alexander Stahr und sein Team von der Forschungsgruppe FLEX am 9. März 2026 hohen Besuch: Andries Oosthuizen, der Botschafter der Republik Südafrika in Deutschland, und Prof. Dr. Wolfram Scharff, Honorarkonsul, kamen auf ihrer zweitägigen Reise durch Sachsen und Sachsen-Anhalt nach Leipzig, um sich hier zum Stand der Forschung im digital basierten Bauen mit Holz sowie über mögliche künftige gemeinsame Forschungsprojekte auszutauschen.
In Südafrika spielt das Bauen mit Holz bisher eine eher untergeordnete Rolle. Das soll sich – nach Aussage des Botschafters – ändern: Modulare Holzbausysteme könnten helfen, schnell qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen und auf der Basis natürlicher Rohstoffe eine nachhaltigere Architektur zu initiieren, insbesondere in urbanen Räumen wie Johannesburg.
Angewandte Fertigungsforschung
Ziel des Besuchs seitens der HTWK Leipzig war es daher, das wissenschaftliche Know-how auf dem Gebiet der angewandten Fertigungsforschung darzustellen und das didaktische Wissen an der Schnittstelle von digitaler Planung und Fertigung zu vermitteln.
So besichtigen die beiden Vertreter der Republik Südafrika nach einer Begrüßung im HolzBauForschungsZentrum dort mehrere Stationen: Mit Hinblick auf den bald beginnenden Bau der Kranlage stellten die FLEX-Forschenden zunächst die Vision dazu vor. Denn mit deren Fertigstellung entsteht eine einzigartige, großmaßstäbliche Forschungsinfrastruktur, mit der digitale Planungsmodelle für automatisierte Fertigungsprozesse im Holzbau entwickelt und im Realmaßstab getestet werden können. Die Industrieroboter, die dann in zirka fünf Metern Höhe hängen, können über ein 31-Achsen-System nahezu jeden Punkt in der zirka 1.000 Quadratmeter großen Halle ansteuern und so hochgradig flexible Fertigungsprozesse ermöglichen..
Daneben spielt auch AR-Technologie eine Rolle im Holzbau: Am Beispiel des im Forschungsprojekts „OptiPaRef“ entwickelten Knowhows zeigten die FLEX-Forschenden, was Augmented Reality im Holzbau nützt: So konnten die Vertreter beim Blick durch eine AR-Brille erleben, wie Zimmerleute in Zukunft arbeiten können. Mit AR lassen sich komplexe Informationen für die Herstellung einzelner Bauteile als Hologramme direkt am Bauteil darstellen. Die AR-Brille wird damit zum Assistenten und projiziert alle notwendigen Informationen direkt ins Sichtfeld der Zimmerleute – dorthin, wo sie gebraucht werden. Die Fertigung im Handwerk bleibt damit weiterhin hochflexibel, wird aber deutlich schneller und weniger fehleranfällig.
Kooperation in der Lehre
Neben der Forschung zum zukünftigen Bauen mit Holz zeigte der Botschafter ein besonderes Interesse auf dem Gebiet der Lehre und der praxisnahen Ausbildung künftiger Architektinnen und Architekten sowie Bauingenieurinnen und Bauingenieure. Konkret bot er seine Hilfe beim Aufbau direkter Beziehungen zu einer südafrikanischen Partnerhochschule an. Darüber hinaus wurden direkt im Gespräch Ideen entwickelt, wie die von beiden Seiten gewünschte Kooperation schnell mit Leben erfüllt werden kann. HTWK-Professor Stahr uns sein Team boten dazu die Teilnahme von Studierenden und Mitarbeitern an einer im August 2026 geplanten SummerSchool an, in deren Rahmen ein sogenanntes „Design-Build-Projekt“ umgesetzt werden soll. Außerdem wurde der Vorschlag unterbreitet, dass südafrikanische Kolleginnen und Kollegen digital beim Holzbau-Festival EASTWOOD am 1. und 2. Oktober 2026 an der HTWK Leipzig teilnehmen und ihr Know-how erweitern können.
Technologische Lücke zwischen Südafrika und Deutschland schließen
Für Botschafter Oosthuizen und Honorarkonsul Scharff waren dies spannende Erkenntnisse: Der Botschafter Oosthuizen verwies auf die ähnlichen Bau-bezogenen Herausforderungen in Deutschland und Südafrika – und zeigte gleichsam großes Interesse, an den Forschungsentwicklungen im HolzBauForschungsZentrum der HTWK Leipzig zu partizipieren, um die noch immer bestehende technologische Lücke zwischen beiden Ländern sukzessive zu schließen.









