Wissenschaftler der Fakultät Digitale Transformation entwickeln zukunftsweisende Verfahren zur Analyse von Störwirkungen auf moderne digitale Kommunikationsstandards
Im Auftrag der Bundesnetzagentur hat die HTWK Leipzig im Rahmen einer umfangreichen Studie (Studie über Störwirkung breitbandiger Störsignale im Kontext neuer digitaler Modulationsstandards und unterschiedlicher Detektorarten
) neue Simulations- und Messverfahren entwickelt. Diese ermöglichen es erstmals, die Störwirkungen auf heutige breitbandige, digital modulierte Signale wie LTE und DVB-T sowie auf beliebige zukünftige Standards sicher vorherzusagen.
Präzise Vorhersage durch Synergie von Software und Messung
Ein Kernproblem der aktuellen Regulierung liegt darin, dass viele bestehende Grenzwerte und Prüfverfahren noch auf veralteten, analog modulierten Standards beruhen. Die neuen Erkenntnisse der HTWK Kollegen Prof. Robert Geise, Prof. Michael Einhaus und Nikolai Mareev haben hierzu nun ein eigentlich längst fälliges Update erarbeitet. Die Ergebnisse der eigens entwickelten Simulationssoftware und die realen Messdaten aus dem Labor passen sehr gut zusammen.
Mit dieser guten Übereinstimmung liefert die Studie das wissenschaftliche Fundament, um veraltete Grenzwerte neu zu formulieren und an die technische Realität der modernen Digitaltechnik anzupassen. Während die HTWK Leipzig mit dieser Studie die wesentlichen fachlichen Vorschläge erarbeitet hat, obliegt die finale regulatorische Umsetzung und Festlegung der neuen Normen der Bundesnetzagentur bzw. internationaler Gremienarbeit.
Paradebeispiel für moderne Lehre
Das Projekt ist gleichzeitig ein Aushängeschild für das Lehrkonzept der Fakultät Digitale Transformation. Die genutzten Technologien sind fest im Curriculum verankert:
- Hochfrequenz-Messtechnik: Aufbau eines eigenen LTE Kommunikations-Links mit Störsignalen in der echofreien Absorberkammer.
- Digitale Modulation & Mobilfunk: Verständnis komplexer Signalstrukturen von LTE bis hin zu künftigen Standards.
- Software-Defined-Radio (SDR): Flexible Hardware-Ansteuerung für moderne Funkdienste.
- Softwareentwicklung: Erstellung spezialisierter Simulationswerkzeuge für technische Analysen.
Studierende profitieren unmittelbar von dieser Forschungsnähe und lernen, wie Softwareentwicklung und Elektrotechnik in hochrelevanten Projekten auf Bundesebene ineinandergreifen.

