Professorin Ina Fichtner im Porträt
Meine Berufung fürs Leben – über Forschung, Lehre und Leipzig

Wenn ich aus einer Vorlesung rausgehe, habe ich richtig was geschafft: Ich habe Menschen etwas beigebracht.
Prof.in Dr.in Ina Fichtner
Professorin für Mathematische Systemtheorie an der Fakultät Digitale Transformation
Was bedeutet es, Professorin an der HTWK Leipzig zu sein?
Ina Fichtner gibt im folgenden Video persönliche Einblicke in ihre Arbeit, ihre Motivation und ihren Weg.
5 Fragen an Professorin Ina Fichtner
Über ihre Arbeit, ihre Motivation und das Leben in Leipzig
Was fasziniert Sie an Ihrem Forschungsgebiet?
„Mathematik berührt mich wirklich. Ich werde in Vorlesungen manchmal emotional, weil ich es so genial finde, was Menschen daraus gemacht haben, gerade Themen, die durch die Entwicklungen im KI-Bereich wieder enorm aktuell werden. Diese Faszination möchte ich rüberbringen.“
Wie möchten Sie Forschung an der HTWK weiter ausbauen?
„Ich habe parallel zur Lehre angefangen, Möglichkeiten für angewandte Forschung an der HTWK auszuloten. Ich wurde früh gefragt, ob ich bei Projekten mitmachen will. Jetzt arbeite ich an einem Forschungsantrag und betreue auch eine Promotion – langfristig wird Forschung wahrscheinlich einen größeren Teil meiner Arbeit einnehmen.“
Was ist Ihnen an der Lehre besonders wichtig?
„Lehre heißt für mich, Wissen so zu vermitteln, dass es wirklich ankommt. Besonders in der Mathematik geht es darum, Hemmschwellen abzubauen und zu zeigen, dass die Inhalte verständlich und relevant sind. Ich versuche, meine Begeisterung für die Themen weiterzugeben und immer wieder Bezüge zur Anwendung herzustellen. Wenn Studierende merken, dass sie etwas wirklich verstanden haben und fachlich wachsen, dann ist das für mich der größte Erfolg.“
Wie verbinden Sie Ihre Expertise mit Praxis und Kooperationen?
„Mein beruflicher Hintergrund ist stark anwendungsorientiert geprägt. Ich habe viele Jahre in einem Umfeld gearbeitet, in dem Forschung sehr eng mit konkreten praktischen Fragestellungen verbunden war – besonders im Leistungssport. Dort ging es nicht nur um theoretische Modelle, sondern darum, Daten so auszuwerten, dass sie unmittelbar nutzbar sind, teilweise unter realen Wettkampfbedingungen bis hin zu Olympia. Diese Erfahrung, wissenschaftliche Methoden mit echten Praxisproblemen zu verbinden, bringe ich jetzt an die HTWK mit. Perspektivisch möchte ich das auch über Kooperationen weiter ausbauen – sowohl mit Praxispartnern als auch in interdisziplinären Projekten innerhalb der Hochschule.“
Was bedeutet Ihnen Leipzig – persönlich und beruflich?
„Ich bin seit etwa 2004 in Leipzig und habe nicht vor, wegzugehen. Leipzig ist musikalisch unglaublich und für mich eine der wichtigsten Musikstädte weltweit. Gleichzeitig ist es eine sehr lebendige, tolerante und grüne Stadt mit viel Wasser und Seenlandschaft, guter Anbindung und starken Forschungseinrichtungen. Dieses Gesamtpaket ist schwer zu schlagen.“
Musik, mein Leben in Leipzig
Musik ist für Ina Fichtner kein „Ausgleich“, sondern ein tragender Teil ihres Lebens: Orchester, Kammermusik, Community – vieles läuft über gemeinsames Musizieren, mit starken Emotionen und enger Verbundenheit. Gleichzeitig sieht sie in Mathematik und Naturwissenschaften eine echte kreative Dimension: Wer forscht, landet zwangsläufig an Grenzen, an denen noch niemand eine Antwort hat und genau dort beginnt die kreative Arbeit.
Mehr zur Musiklandschaft in Leipzig
Rolle als sichtbares Vorbild in MINT
Ihr ist sehr bewusst, was es bedeutet, als Frau in einem stark männlich geprägten Umfeld zu arbeiten. Besonders prägend sind Rückmeldungen von Studentinnen, die es „einfach toll“ finden, wenn vorne eine Frau steht. Dieses Thema will sie ausbauen – auch über Formate außerhalb der Hochschule, etwa Gespräche an Schulen oder Podiumsdiskussionen, bei denen sie ihren Weg transparent macht.
Mein Weg zur Professur
Der Weg zur Professur ist vielfältig. Unterschiedliche Stationen in Wissenschaft, Wirtschaft oder Praxis können dorthin führen.
seit 2022: Professorin an der Fakultät Digitale Transformation der HTWK Leipzig
2009-2022: Leiterin Fachbereich MINT, Institut für Angewandte Trainingswissenschaft
2007-2009: Postdoc im Bereich Informatik, Abteilung Automaten und Sprachen
2003-2006: Forschungsaufenthalte in Paris und Thessaloniki
2003-2007: Promotion Informatik, Technische Universität Dresden und Universität Leipzig
1997-2002: Diplom Mathematik und Informatik, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Technische Universität Dresden und University of Sheffield

Ihr nächster Schritt zur Professur
Sie möchten mehr über die Professur an der HTWK Leipzig erfahren oder selbst diesen Weg gehen? Hier finden Sie die nächsten Schritte.


