EU-finanziertes deutsch-französisch-italienisches Kooperationsprojekt mit erster Präsenzwoche an der Fakultät Ingenieurwissenschaften
In der Zeit vom 23. bis zum 27. Februar 2026 wurde an der HTWK Leipzig die Präsenzwoche im Rahmen des Erasmus+ Blended Intensive Programme (BIP) „Polymer Additive Manufacturing“ durchgeführt.
Das BIP ist ein EU-finanziertes deutsch-französisch-italienisches Kooperationsprojekt in Form einer gemeinsamen Lehrveranstaltung der drei Partnerhochschulen Universitité d’Artois (Béthune, Frankreich), Politecnico di Torino (Turin, Italien) und der HTWK Leipzig, welches in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Akademischen Auslandsamts realisiert wird.
Im Rahmen dieses ersten, durch die HTWK koordinierten BIPs fanden während des laufenden Wintersemesters 2025/2026 bereits 14 Onlineseminare zu verschiedenen Themen des 3D-Drucks statt, wie beispielsweise Verfahren, Entwurf und numerische Simulation, Materialprüfung, Materialauswahl sowie Vorgehensweise bei der Kombination von additiver und subtraktiver Fertigung. Als digitale Lernumgebung wurde die Moodle-Plattform genutzt, um in englischer Sprache allen teilnehmenden Studierenden asynchrone Lerninhalte, Skripte und Videos zur Verfügung zu stellen. Zur Festigung der Lehrinhalte konnten die Studierenden spannende Quiz absolvieren.
Französische, italienische und deutsche Studierende arbeiten zusammen
Vom 23. bis zum 27. Februar 2026 trafen sich alle beteiligten Studierenden an der HTWK Leipzig, um gemeinsam das während des Wintersemesters erworbene Wissen anzuwenden und ein Bauteil mittels 3D-Druck herzustellen. Die französischen, italienischen und deutschen teilnehmenden Studierenden arbeiteten hierfür in kleinen, gemischten Gruppen zusammen. Ziel war es, eine Regalhalterung zu entwerfen und mittels 3D-Druck anzufertigen. Die Konstruktion sollte besonders leicht und dennoch stabil sein. Ein Schwerpunkt lag auf der Gestaltung der Kraftverteilung durch die gedruckte Konstruktion, sodass das Material optimal genutzt wird und gleichzeitig die strukturelle Integrität und Druckbarkeit erhalten bleiben. An ihren Heimathochschulen hatten die Studierenden dazu bereits Vorarbeiten zum Entwurf der Halterung durchgeführt. In der Präsenzwoche im Februar 2026 in Leipzig ging es nun um das Drucken und Testen dieser Halterungen.
Neben den fachlichen Programmpunkten kam auch der interkulturelle Austausch nicht zu kurz. Mit auf dem Programm standen unter anderem eine Wanderung um den Markkleeberger See, die Besichtigung des Völkerschlachtdenkmals, ein Stadtrundgang durch die Leipziger Innenstadt, eine Betriebsbesichtigung und ein gemeinsames Essen.
Von den Studierenden gab es ein sehr positives Feedback zur Präsenzwoche: Das Erasmus+ Blended Intensive Programme sei eine sehr gute Erfahrung für jemanden, der keine Zeit oder Möglichkeit hat, ein komplettes Auslandssemester zu absolvieren. Gelobt wurden vor allem das interessante Programm und die Möglichkeit, das Erlernte an einem realen Projekt in den gut ausgestatteten Laboren der HTWK Leipzig umzusetzen. Auch fanden die vielfältigen kulturellen und sozialen Aktivitäten bei den Studierenden großen Anklang. Ebenso wurde das große Engagement des beteiligten Lehrpersonals sehr gewürdigt.
Ausblick BIP 2026/2027
Im kommenden Studienjahr soll das Erasmus+ BIP „Polymer Additive Manufacturing“ erneut angeboten werden, dann koordiniert von der Hochschule Politecnico di Torino in Italien, an der voraussichtlich im Frühjahr 2027 auch die Präsenzwoche stattfinden wird. Der Kreis der kooperierenden Hochschulen soll dann um die Hochschule Universidad Rey Juan Carlos (Madrid, Spanien) erweitert werden. Studierende der HTWK Leipzig werden sich zum Ende des Sommersemesters 2026 für eine Teilnahme am Programm bewerben können.
Das Erasmus+ Blended Intensive Programmes (BIP) „Polymer Additive Manufacturing“ 2025/2026
Erasmus+ BIPs fördern die Hochschulzusammenarbeit in Europa durch Bereitstellung von finanziellen Zuschüssen für die Organisation und Ausrichtung von Lernprojekten, die im Verbund von mindestens drei europäischen Partnern aus drei verschiedenen Ländern konzipiert und durchgeführt werden. BIPs ermöglichen Studierenden Kurzzeitaufenthalte im Ausland und bieten somit einen niedrigschwelligen Einstieg zur Auslandserfahrung. Sie bestehen inhaltlich aus einer gemeinsamen virtuellen Lernphase und einer Präsenzphase, die an einer der drei Hochschulen stattfindet. Jede/r teilnehmende Studierende erhält dafür mindestens 3 ECTS-Punkte.
Die Fakultät Ingenieurwissenschaften der HTWK Leipzig nutzte auf Anregung des Akademischen Auslandsamtes die mit dem BIP-Format im Erasmus+ Programm neu hinzugekommenen Möglichkeiten, um die langjährigen, erfolgreichen Beziehungen mit der französischen Université d’Artois qualitativ auf eine neue Stufe zu heben und nun in trilateraler Zusammenarbeit neue Kooperationsbeziehungen mit der italienischen Hochschule Politecnico di Torino aufzubauen.
Die organisatorische Umsetzung der Projektidee wurde von Professorin Anke Bucher vorangetrieben, die sich auf die fachliche Expertise und Vorschläge von Professorin Ines Dani (Fakultät Ingenieurwissenschaften) und Professor Ingo Reinhold (Fakultät Informatik und Medien) sowie von Laboringenieur Lukas Kube (Fakultät Ingenieurwissenschaften) und Franziska Schlimpert (Fakultät Informatik und Medien) in der Realisierung stützen konnte. An der Umsetzung waren zudem Professorin Giovanna Colucci und Professor Alberto Giubilini von der Hochschule Politecnico di Torino (Italien) sowie Professor Rami Belguith und Professor Alain Bataille von der Université d‘Artois (Frankreich) wesentlich beteiligt. Die Akademischen Auslandsämter der beteiligten Hochschulen und das Dezernat Studienangelegenheiten unterstützten das BIP organisatorisch und auf administrativer Ebene.





