Studierende der Medienproduktion lernten, wie man ein komplexes Thema spielerisch vermittelt
Wie entwickelt man ein wissenschaftlich fundiertes Serious Game? Noch dazu zu einem Thema aus der Kaninchengenetik? Dr. Emanuel Nestler war Biologielehrer, ist promovierter Fachdidaktiker und Geschäftsführer des Studios THOMIC. Sein Spiel Rare Rabbits: Snuggle Haven, und wie es entwickelt wurde, stand Ende April beim Gastvortrag im Studiengang Medienproduktion im Mittelpunkt.
„Rare Rabbits“ ist ein Cozy-Game zur Kaninchenzucht, das auf über 100 Jahren genetischer Forschung basiert. Bemerkenswert ist die detailgetreue Umsetzung realer genetischer Mechanismen bis hin zur Allelebene, wodurch komplexe Inhalte der Genetik und Epigenetik spielerisch erfahrbar werden.
Anhand dieses Praxisbeispiels erläuterte Dr. Nestler die Verbindung von spielbasiertem Lernen mit den Herausforderungen der Gamesentwicklung. Dabei wurde deutlich, wie wissenschaftliche Genauigkeit, didaktische Zielsetzungen und unterhaltsames Game Design miteinander in Einklang gebracht werden können – insbesondere im Kontext eines Remote-First-Studios.
Im Rahmen des Moduls „Serious Games“ erhielten die Studierenden der Medienproduktion dadurch einen praxisnahen Einblick in Konzeption und Umsetzung von Serious Games. Der Gastvortrag setzte direkt die Lernziele des Moduls um: Serious Games aus der Sicht von Informatik und Psychologie, ihr Einsatz in Bildungseinrichtungen und Unternehmen und die Umsetzung eines solchen Serious Game an einem praktischen Beispiel.
Der Markt für Serious Games gewinnt zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen und Institutionen nutzen Game based Learning, um Wissen über komplexe Themen wie Technologien, Maschinenbedienungen, naturwissenschaftliche Erkenntnisse, aber auch gesellschaftliche Themen zur Erinnerungskultur, Demokratiebildung und politischer Bildung zu vermitteln. Professor Uwe Kulisch, Studiendekan des Studiengangs Medienproduktion, erklärt: „Serious Games steigern die Motivation der Lernenden und fördern Fähigkeiten wie Problemlösung, kritisches Denken, Kreativität und Zusammenarbeit.“
Fotos: HTWK

