Die Gründungsberatung der HTWK Leipzig unterstützt das Team ROTxBLAU auf ihrem Weg, Nahrungsketten in Computerspielen realistischer darzustellen
Die Funktionsweise von Ökosystemen für Menschen aller Altersgruppen erfahrbar machen – genau das will das Team ROTxBLAU umsetzen. Hinter ROTxBLAU stehen Alexander Zenker, Comiczeichner und Medienkünstler, Florian Fahr, Ökologe, Richard Minkus, studierter Medien- und Kommunikationswissenschaftler, und Michael Zöller, freiberuflicher Programmierer. Gemeinsam entwickeln sie TROPHIX, eine Software zur Simulation einer Nahrungskette von Ökosystemen. Sie ist bewusst so konzipiert, dass sie mit geringem Konfigurationsaufwand in unterschiedlichsten Softwareprojekten zum Einsatz kommen kann.
Mit Hilfe ihres Mentors Prof. Dr. Mario Hlawitschka, Prodekan der Fakultät Informatik und Medien der HTWK Leipzig, und der Gründungsberatung der HTWK Leipzig erhielt das Team im Juli eine Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Form des einjährigen EXIST-Gründerstipendiums. Durch diese Förderung können die Gründer ihre Software und ihre Geschäftsidee weiterentwickeln und haben zum Jahreswechsel bereits eine GbR gegründet. Mit der Entscheidung, diesen Weg gemeinsam mit der HTWK Leipzig zu gehen, sind sie nach wie vor sehr glücklich, wie Florian Fahr bestätigt: „Wir wussten, dass die HTWK Erfahrung bezüglich des Stipendiums hat und wir fühlen uns immer sehr gut aufgehoben und unterstützt.“
Der Name ROTxBLAU soll den Spaß und das Seriöse verbinden. „Wir sehen die Farbe Rot als Spaßfaktor und Unterhaltung, während das Blau Wissenschaft und Bildung repräsentiert“, erklärt Minkus. Produziert werden soll eine unterhaltende Software, die ebenfalls einen praktischen Nutzen hat.
Bereits 2017 und 2018 arbeiteten Florian Fahr, Alexander Zenker und Michael Zöller mit dem Ozeaneum Stralsund zusammen und entwickelten die Apps „Be the Whale“ und „Be the Whale 2 – Beluga“. In den Spielen begibt man sich, in Ich-Perspektive eines Wals, auf eine Reise durch die Weltmeere. Es ermöglicht, die Lebenswelt der Wale zu erkunden und etwas über die Gefahren der Unterwasserwelt zu lernen. Spannende Herausforderungen und eine mitreißende Geschichte sorgen für eine unterhaltsame und moderne Vermittlung von Wissen.
Durch die eigene Leidenschaft für Computerspiele und die Zusammenarbeit mit dem Ozeaneum Stralsund stellten sie sich die Frage, was es braucht, um ein realistisches Nahrungsnetz zu simulieren. Hieraus entstand die Idee für TROPHIX. Die Software simuliert ein Nahrungsnetz in Echtzeit. Es ist ein Werkzeugkasten mit dem Pflanzen, Tiere und Umwelt definiert werden. Mit dem Drücken des Start-Buttons im Spiel beginnt der natürliche Prozess, in den vom Anwender noch eingegriffen werden kann. Ziel der Software ist es, realistischere Ökosysteme abzubilden. Ein Beispiel von Florian Fahr: „Ich kann in einem Spiel 1.000 Wölfe erschießen und es passiert nichts, aber das entspricht nicht der Realität. Wenn ich aus einem Ökosystem 1.000 Wölfe entferne, würde es dazu führen, dass sich explosionsartig Wildschweine oder Rehe ausbreiten und ein ganzer Wald langsam zusammenbricht. Wir wollen ein Werkzeug geben, mit dem Entwickler genau so etwas tun können und dass man als Spieler eine Idee davon bekommt, was ein menschlicher Einfluss auf eine Welt bedeutet. Jeder kann dann selbst entscheiden, wie hoch der Einfluss bei ihm ist.“

TROPHIX macht Nahrungsnetze und deren Verletzlichkeit erfahrbar. Man kann den Einfluss von Menschen auf die Umwelt direkt in einem Experiment darstellen, sodass es verständlich und erfahrbar wird. Das ist nützlich für Spieleentwickler, die sich mit realistischen Ökosystemen auseinandersetzen und diese abbilden wollen, um ein möglichst realitätsnahes Spiel zu entwickeln. Auch für Bildungsträger jeglicher Art, insbesondere im Bereich Naturbildung, die Umweltsysteme spielerisch vermitteln wollen, ist diese Software hilfreich. Die Mitglieder des Teams wollen die Software künftig nicht nur zur Verfügung stellen, vielmehr möchten sie dem Anwender auch beratend zur Seite stehen.
Zu der Frage, wohin sich ROTxBLAU in den nächsten Jahren konkret entwickeln soll, haben alle Vier individuelle Vorstellungen. „Eine Sache, bei der wir uns aber einig sind, ist es, ein Unternehmen in Leipzig zu haben, das langsam wächst und sich in die Medienlandschaft von Leipzig integriert, oder vielleicht sogar eine bildet, die es so noch gar nicht gibt.“, so Florian Fahr.
Und wie funktioniert die Umsetzung eines solchen Projektes am besten? „Es muss ein absolutes Herzensprojekt sein, du musst dafür brennen und absolut Bock darauf haben. Dann hast du das Selbstvertrauen und mobilisierst auch Kräfte, Dinge zu tun, die du vielleicht nicht tun würdest, wenn es kein Herzensprojekt ist.“, erklärt Richard Minkus.
Wer auch eine innovative Idee hat, egal ob allein oder im Team, kann jederzeit kostenlos das Angebot der Gründungsberatung der HTWK Leipzig in Anspruch nehmen und sich auf dem Weg bis zur Ausgründung kompetent begleiten lassen.
