Die HTWK Leipzig feiert Forschungserfolge, internationale Vernetzung und Fortschritte bei nachhaltigen Verbundwerkstoffen
Das EU-Projekt EuReComp hat eine vierjährige Laufzeit mit sichtbaren Ergebnissen abgeschlossen. Vom 18. bis 20. März 2026 trafen sich die Projektpartner bei der Firma Dallara in Parma, Italien, zum Abschlusstreffen. Die HTWK Leipzig war mit Robert Böhm, Professur für Leichtbau mit Verbundwerkstoffen, und Jan Bürgener aus dem Composite Circularity Lab vertreten.
EuReComp, kurz für European recycling and circularity in large composite components, zielte darauf ab, Methoden für das Recycling und die Wiederverwendung von Verbundwerkstoffen zu entwickeln. Diese Werkstoffe finden sich in Luftfahrt, Windenergie und weiteren Branchen, etwa in Rotorblättern. Im Projekt wurden innovative Demontage- und Sortiersysteme, Upcycling-Lösungen sowie Pilotdemonstrationen für die Wiederverwendung komplexer Bauteile entwickelt. Ziel war es, Materialien aus ausgedienten Großkomponenten zurückzugewinnen, sie in hochwertige Produkte zu überführen und so die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Das Projekt verfolgte dabei die R6-Strategie, die auf Reuse, Repair, Refurbish, Remanufacture, Repurpose und Recycling setzt. Für die Umsetzung stand ein Budget von 8,9 Millionen Euro zur Verfügung.

Erfolge und internationale Vernetzung
Bereits während des Projekts konnte die HTWK Leipzig zahlreiche Erfolge erzielen. Böhm resümiert: „EuReComp hat uns nicht nur wertvolles Wissen vermittelt, sondern auch die Sichtbarkeit der HTWK Leipzig gestärkt. Im Verlauf des Projekts konnten vier nationale Folgeprojekte initiiert, am Campus Eilenburger Straße das Composite Circularity Lab mit sechs wissenschaftlichen Mitarbeitenden aufgebaut, eine Promotion kurz vor dem Abschluss gebracht und 16 wissenschaftliche Veröffentlichungen publiziert werden. Zudem wurden sechs Auslandsmobilitäten sowie drei internationale Workshops mit Beteiligung von HTWK-Studierenden realisiert. Begleitet wurde das Projekt durch einen Fernsehbeitrag und vier Radiobeiträge, die EuReComp einem breiten Publikum zugänglich gemacht haben.“
Ausblick
„Wir hoffen, dass wir unsere Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der kreislauffähigen Verbundwerkstoffe ähnlich erfolgreich fortsetzen können wie in EuReComp“, ergänzt Philipp Johst, Forschungsgruppenleiter des Composite Circularity Lab. Die HTWK Leipzig sieht im Projekt einen Grundstein für zukünftige Innovationen in der nachhaltigen Materialforschung.
