Im EU-Projekt EuReComp entwickelte die HTWK Leipzig mit Projektpartnern in Portugal neue Anwendungen für recycelte Verbundwerkstoffe
Vom 21. Februar bis 15. März 2026 war Dimitrij Seibert vom Composite Circularity Lab der HTWK Leipzig zu Gast beim Projektpartner APM in Lagos, Portugal. Vor Ort arbeitete er eng mit dem portugiesischen Team zusammen, tauschte sich zu Materialien und Verfahren aus und entwickelte gemeinsam neue Anwendungen für recycelte Verbundwerkstoffe.
EuReComp: Europäische Kooperation für Kreislaufwirtschaft
Der Aufenthalt fand im Rahmen des EU-Projekts EuReComp statt. Das Projekt ist Teil des Forschungsprogramms Horizon Europe und läuft von April 2022 bis März 2026. Es bündelt die Expertise von Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus ganz Europa. Ziel ist es, Lösungen für den Umgang mit großen Verbundbauteilen zu entwickeln, wie sie etwa in Windenergieanlagen oder der Luftfahrt eingesetzt werden. Diese Bauteile sind besonders langlebig, stellen am Ende ihrer Nutzung jedoch eine große Herausforderung für Recycling und Wiederverwendung dar.
Mit Ansätzen der R6-Strategie wie Reuse, Repair, Refurbish, Remanufacture, Repurpose und Recycling sollen die Materialien möglichst lange im Nutzungskreislauf bleiben und in neuen Anwendungen weiterverwendet werden. Aus vermeintlichen Abfällen entstehen so neue Produkte mit hohem Mehrwert.
Outdoorküche aus End-of-Life-Rotorblattmaterial
Ein anschauliches Beispiel entstand während des Aufenthalts in Portugal. Gemeinsam mit APM fertigte Seibert eine Outdoorküche für das im Projekt entwickelte Tiny House Rocca. Grundlage war das Material eines ausgedienten Rotorblatts. Mit Handlaminier- und Vakuuminfusionsverfahren wurde das Material bearbeitet und in eine neue Form gebracht. Der Demonstrator zeigt, wie sich komplexe Verbundwerkstoffe gezielt weiterverwenden lassen und welche gestalterischen Möglichkeiten dabei entstehen.

Gleichzeitig stärkte der Aufenthalt die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Projekt. Der direkte Austausch vor Ort erleichtert es, Erfahrungen zu teilen, Prozesse abzustimmen und neue Ideen zu entwickeln. Damit wird erneut deutlich, wie wichtig der standortübergreifende Wissens- und Technologietransfer innerhalb europäischer Forschungsprojekte ist.
