Forschungsbereich Additive Multimaterial Manufacturing (AM³)
Der Forschungsbereich Additive Multimaterial Manufacturing (AM³) erforscht und entwickelt innovative additive Fertigungsverfahren zur Herstellung komplexer Multimaterialbauteile.
Im Fokus steht die Kombination unterschiedlicher Werkstoffe und Funktionen innerhalb eines Bauteils, um neue Anwendungen in Technik, Medizin und nachhaltiger Produktion zu ermöglichen. Dabei wird die gesamte Prozesskette betrachtet – von der Materialcharakterisierung über die Prozess- und Werkstoffentwicklung bis zur Analyse von Struktur und Eigenschaften. AM³ schafft hierfür eine offene Forschungsplattform, die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert und den Transfer neuer Technologien unterstützt.
Additive Multimaterial Manufacturing vernetzt Kompetenzen aus Materialwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Informatik sowie Druck- und Fertigungstechnik. Der Forschungsbereich verbindet das Leipzig Center of Materials Science mit dem Institute for Printing, Packaging und Processing (iP3) und schafft eine gemeinsame Plattform für additive und hybride Fertigungstechnologien. Durch die gemeinsame Nutzung moderner Forschungsinfrastrukturen bearbeiten Forschende fakultätsübergreifend Fragestellungen entlang der gesamten Prozesskette – von der Materialentwicklung bis zur Bauteilcharakterisierung. Die enge Zusammenarbeit bündelt fachliche Expertise, fördert Wissens- und Technologietransfer und stärkt die Kooperation von Industrie und Forschung für nachhaltige Produkte und Prozesse im Innovationsfeld Additive Multimaterial Manufacturing.
Forschungs- & Entwicklungsschwerpunkte
- Multimaterial- und Hybridfertigung durch additive MEX, Inkjet und Pulverbett-Verfahren
- Entwicklung funktionalisierter Bauteile mit integrierten mechanischen, elektrischen oder biologischen Eigenschaften
- Bioprinting, Tissue Engineering zur Herstellung biofunktionaler Strukturen
- Leichtbaufertigung durch additive Fertigungstechnologien
- Entwicklung und Charakterisierung neuer Werkstoffe für die additive Fertigung
- Prozessentwicklung und -optimierung auf Basis von Materialcharakterisierung, Prozessmonitoring und Simulation
- Datengenerierung und -verarbeitung für additive Prozesse
- Betrachtung und Optimierung der Nachhaltigkeit additiver Fertigungsprozesse
Ausbildung für Forschung und Industrie der Zukunft
Lehre und Ausbildung bilden einen zentralen Grundstein des Forschungsbereichs AM³. Der Studiengang „3D-Druck & Funktionale Oberflächen“ bildet gezielt junge Talente aus, die für Forschung, Entwicklung und den erfolgreichen Technologietransfer in die Industrie benötigt werden.
3D-Druck ist eine Schlüsseltechnologie der Zukunft, mit der sich komplexe Strukturen von Mikrobauteilen bis hin zu großskaligen Anwendungen wie Filmkulissen oder technischen Komponenten realisieren lassen. Durch den schichtweisen Aufbau entstehen Geometrien, die mit klassischen Verfahren kaum oder nicht herstellbar sind. Gleichzeitig ermöglicht die additive Fertigung einen ressourceneffizienten Materialeinsatz, da nur dort Material verwendet wird, wo es funktional erforderlich ist.
Im Studium wird die gesamte Prozesskette von der Konstruktion über die Materialauswahl bis zum fertigen Bauteil vermittelt. Studierende lernen, wie unterschiedliche Werkstoffe kombiniert und Druckprozesse gesteuert werden, um funktionale und intelligente Systeme zu entwickeln. Ergänzend wird das beschichtungstechnische Know-how des 3D-Drucks auf 2D-Anwendungen übertragen, etwa für funktionalisierte Oberflächen, gedruckte Elektronik oder medizinische Anwendungen. So entstehen Lösungen für Bereiche wie Verpackungstechnik, Elektronik und Medizintechnik, in denen präzise aufgebrachte Schichten eine zentrale Rolle spielen.
Der Studiengang vermittelt damit umfassende Kompetenzen zur Entwicklung und Optimierung additiver 2D- und 3D-Druckprozesse in der industriellen Anwendung. Diese Kompetenzen sind für die Weiterentwicklung der additiven Fertigung von entscheidender Bedeutung, da sie die Grundlage für innovative Materialien, stabile Prozesse und übertragbare industrielle Anwendungen bilden.
AM³-Labor
Das neue, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte „Additive Multimaterial Manufacturing (AM3)“-Labor bildet die künftige Basis für erkenntnisorientierte Forschung an vollintegrierten, multimaterialfähigen Fertigungsprozessen – mit Anwendungen in Wirtschaftszweigen wie Maschinen- und Anlagenbau, gedruckter Elektronik oder medizinischer Sensorik und Diagnostik.
Eröffnung des neuen AM³-Labors am 10. Juni 2026
Das neue AM³-Labor wird am Mittwoch, den 10. Juni 2026, im Rahmen der Netzwerkveranstaltung “Forschung trifft …” eröffnet.
Vorgelagert findet ab 11:00 Uhr das begleitende Fachsymposium „Additive Multimaterial Manufacturing“ mit Stimmen aus Wissenschaft und Wirtschaft statt.
Forschungsgeräte

Bio-Printer
Der Bio-Printer bietet ein breites Spektrum an 3D-Druck-Möglichkeiten und ermöglicht die Umsetzung neuer Ideen im Multimaterialdruck.

Polymer-3D-Drucker
Der Polymer-3D-Drucker ist geeignet, um neue Materialien und Verfahren zu entwickeln. Außerdem ermöglicht er die schnelle und flexible Herstellung von Prototypen sowie Kleinserienbauteilen zu Forschungszwecken.

Pulverscherzelle
Mit der Pulverscherzelle können Fließeigenschaften von Pulvern für den 3D-Druck bestimmt werden.
Forschungsprojekte
Ansprechpartner

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