Aktuelles aus der Forschung

news-5591 Wed, 25 Jan 2023 11:03:09 +0100 Digital Wissen über brasilianischen Artenreichtum sammeln https://www.htwk-leipzig.de/forschen/aktuelles/detailansicht/artikel/5591 HTWK-Professor Thomas Riechert digitalisiert Wissen über brasilianische Pflanzen, Pilze und Bakterien mittels Semantic WebOb als Nahrung oder Arzneimittel – Pflanzen spielen für die menschliche Zivilisation eine herausragende Rolle. Über Jahrtausende sammelten Menschen Wissen über die Wirkungen verschiedener Pflanzen- und Pilzarten und überlieferten dieses Wissen zunächst mündlich, später schriftlich. Mittlerweile gibt es zahlreiche digitale Datenbanken, die dieses Wissen für die Lebensmittel- und die Pharmaindustrie zugänglich machen, doch jeder „kocht sein eigenes Süppchen“, so Thomas Riechert.

Der Informatikprofessor der HTWK Leipzig initiierte daher das Forschungsprojekt „DINOBBIO“ mit dem Ziel, vorhandenes Wissen sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Dabei arbeitet die Forschungsgruppe „Agile Knowledge Engineering and Semantic Web“ der HTWK Leipzig mit dem Institute of Chemistry der São Paulo State University und mit dem Institute of Physics der University of São Paulo zusammen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Fundaçao de Amparo a Pesquisa do Estado de Sao Paulo (FAPESP) fördern das Projekt von 2021 bis 2024.

Artenreiches Brasilien

Das südamerikanische Land dient besonders gut als Forschungsfeld, da immerhin zehn Prozent der weltweit existierenden Arten in den brasilianischen Wäldern und Wiesen leben. Die Forschenden überführten zunächst wissenschaftliche Ergebnisse aus mehr als 50 Jahren Studien zur brasilianischen Biodiversität in der Datenbank NuBBEDB und verzeichneten dort chemische, biologische und pharmakologische Eigenschaften der Flora und Fauna. Die Kenntnisse werden sie nun standardisiert und zertifiziert in einem Wissensgraphen zusammenfassen und somit leichter zugänglich machen. Durch das Verknüpfen der Daten mittels Semantic Web werden die Naturstoffe leichter auffindbar und das über Jahrtausende gesammelte Wissen über die brasilianischen Artenvielfalt wird nachhaltig nutzbar.

Die Forschungsergebnisse des Projekts, einschließlich wissenschaftlicher Methoden, Ansätze und einer Plattform für den Biochemical Knowledge Graph, sollen in Zukunft auch für die Umsetzung anderer Projekte in Ländern mit großer biologischer Vielfalt in Afrika, Asien, Europa, Ozeanien und Südamerika sowie in anderen Datenbanken anwendbar sein.

Forschung live in sozialen Medien verfolgen

Von Januar bis März 2023 reist Prof. Thomas Riechert nach Brasilien, um dort Forschungspartner zu treffen und das Projekt voranzutreiben. Seine Erlebnisse und Begegnungen teilt er in den sozialen Medien.

Zu den persönlichen Einblicken von Prof. Thomas Riechert auf:

Instagram

Facebook

Prof. Dr. Thomas Riechert

(*1973) ist seit April 2014 Professor für Informationssysteme und Datenmanagement an der HTWK Leipzig. Zuvor forschte und promovierte er am Informatik-Institut der Universität Leipzig. 2006 baute er die Forschungsgruppe „Agile Knowledge Engineering and Semantic Web“ mit auf.

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news-5578 Mon, 23 Jan 2023 10:11:08 +0100 „Cube: Neues Bauen mit Carbonbeton“ - Buchvorstellung und Rundgang in der Modellfabrik https://www.htwk-leipzig.de/forschen/aktuelles/detailansicht/artikel/5578 Die HTWK Leipzig lädt am 9. Februar 2023 ins Carbonbetontechnikum ein: Es geht um den Baustoff der Zukunft. Eintritt frei!

Carbonbeton gilt als Baustoff der Zukunft: Er ist ökologischer, langlebiger und effizienter als Stahlbeton, denn er spart Ressourcen wie Sand und Zement und hat eine deutlich bessere CO₂-Bilanz. In verschiedenen Forschungsprojekten wurde der Verbundwerkstoff erprobt. Nun soll er in die Anwendung überführt werden. Jüngste Beispiele zeigen wie es gehen kann: Ende September 2022 wurde in Dresden der „Cube“, das weltweit erste Haus aus Carbonbeton, eröffnet. Tags darauf weihte die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (HTWK Leipzig) ihr Carbonbetontechnikum ein – eine weltweit einzigartige Modellfabrik, in der die automatisierte Fertigung von Carbonbetonbauteilen getestet wird. Im Dezember 2022 erschien im Wasmuth & Zohlen Verlag ein neues Buch zum Innovationshaus „Cube“ und zur Forschungsgeschichte des zukunftsfähigen Verbundwerkstoffs.

Buchvorstellung mit anschließendem Rundgang am 9. Februar 2023 in Leipzig

Am Donnerstag, den 9. Februar 2023, lädt die HTWK Leipzig in das Carbonbetontechnikum zur Buchvorstellung ein. Nach einer Begrüßung von Klaus Holschemacher, Professor für Stahlbetonbau und Direktor des Instituts für Betonbau an der HTWK Leipzig, werden Herausgeber Prof, Manfred Curbach sowie Bernhard Elias und Rudolf Spindler vom Wasmuth & Zohlen Verlag über das Buch „Cube: Neues Bauen mit Carbonbeton“ sprechen und Publikumsfragen beantworten. Anschließend können die Gäste am geführten Rundgang durch die Modellfabrik teilnehmen und beim Get-together vertiefende Gespräche mit Fachleuten über den Baustoff der Zukunft, den „Cube“ sowie das Carbonbetontechnikum der HTWK Leipzig führen. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung bis zum 5. Februar 2023 wird per E-Mail gebeten: cbt (at) htwk-leipzig.de.

Prof. Klaus Holschemacher: „Für uns ist die Buchvorstellung ein toller Anlass, um das Carbonbeontechnikum der HTWK Leipzig der breiten Öffentlichkeit zu zeigen. Hier erforschen wir, welche Prozesse eine effiziente Produktion von Carbonbeton ermöglichen, um damit ökologisch und ökonomisch vorteilhafte Bauteile herzustellen. Denn auch wenn Carbonbeton und Stahlbeton vergleichbare Anwendungsgebiete haben, müssen alle Produktionsschritte und Maschinen an den neuen Baustoff angepasst und zum Teil völlig neu gedacht werden. Insbesondere können wir hier Bauunternehmen zeigen, wie sie ihre Produktionsstätten gestalten müssen, um Carbonbetonbauteile zu produzieren.“

Buch zum „Cube“ und zur Forschungsgeschichte

Hinter dem Baustoff und dem Innovationshaus „Cube“ stehen fast 30 Jahre Forschung vor allem in Dresden, Aachen, Leipzig. Dazu war in Sachsens Landeshauptstadt Dresden Deutschlands größtes Bauforschungsprojekt „C3 – Carbon Concrete Composite“ angesiedelt, das Ende September 2022 abgeschlossen wurde. Der gleichnamige Verband besteht weiterhin. Aktuell engagieren sich 116 Unternehmen, Institutionen und Verbände darin, darunter auch die HTWK Leipzig. Vorstandsvorsitzender vom C3-Verband sowie Bauherr des „Cube“ ist Manfred Curbach, Direktor des Instituts für Massivbau an der Technischen Universität Dresden: „Insgesamt ist nach fast 30 Jahren Forschung zum Thema Carbonbeton etwas völlig Neues entstanden. Wir präsentieren einen Baustoff, der ökologisch vernünftiger ist als Stahlbeton, der auch langlebiger und werterhaltender ist. Statt massig haben wir filigran gebaut, statt geklotzt viel nachgedacht, was man besser machen kann.“

Das zweisprachige und 242-seitige Buch „Cube: Neues Bauen mit Carbonbeton“ dokumentiert mit vielen Fotos und Texten den Bau und die Gestaltung des „Cube“, stellt die am Projekt beteiligten Partner vor und beleuchtet Geschichte und Zukunft der Materialkombination Carbonbeton. So erhalten Interessierte vielfältige Einblicke in die Planung des „Cube“, das Raumkonzept, den konstruktiven Aufbau der Bauteile sowie die Anwendung und Nachhaltigkeit von Carbonbeton. Am Ende des Buches sind Daten und Fakten sowie alle Baubeteiligten mit Kontaktdaten aufgeführt. Fachleute aus Architektur, Bauwesen, Verwaltung und Bauindustrie können sich so über das Bauen der Zukunft informieren, das im Zeichen von Klimaschutz und Ressourceneffizienz steht.

Programm

18:30 Uhr: Einlass
19:00 Uhr: Begrüßung durch Prof. Klaus Holschemacher, Direktor des Instituts für Betonbau der HTWK Leipzig
19:05 Uhr: Buchvorstellung und Gespräch mit Herausgeber Prof. Manfred Curbach, Bernhard Elias und Rudolf Spindler
20:00 Uhr: Geführter Rundgang durch das Carbonbetontechnikum
20:30 Uhr: Get-together

Anmeldung bis 5. Februar 2023

bitte per E-Mail an: cbt (at) htwk-leipzig.de

Adresse Carbonbetontechnikum

HTWK Leipzig – Carbonbetontechnikum
Hans-Weigel-Straße 2b, 04319 Leipzig
(auf dem MPFA-Gelände)

]]>IFB > AllgemeinIFB > Nachhaltiges BauenFB > Fakultät > AktuellesHTWK > ForschenHTWK > Hochschule >> Pressemitteilungnews-5573 Tue, 17 Jan 2023 15:02:32 +0100 Auszeichnung für „Agri-Photovoltaik“-Projekt https://www.htwk-leipzig.de/forschen/aktuelles/detailansicht/artikel/5573 Sächsischer eku-Zukunftspreis 2022 für HTWK-Forschungsprojekt mit Schulkindern zum Nutzpflanzenanbau unter Photovoltaikanlagen

Nachhaltige Landwirtschaft wird im Zuge des Klimawandels und der Energiewende zunehmend wichtiger. Um auch Schülerinnen und Schüler an dieses Thema heranzuführen, forschen Mitarbeitende und Studierende der HTWK Leipzig seit 2020 gemeinsam mit Schulkindern des Wilhelm-Ostwald-Gymnasiums (WOG) in Leipzig und in Kooperation mit Lehramtsstudierenden der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Nutzpflanzenanbau unter Solaranlagen. Nun wurde das Projekt mit dem sächsischen „eku-Zukunftspreis 2022“ ausgezeichnet. „Wir freuen uns sehr über die Würdigung. Indem die Mädchen und Jungen im Projekt selbst erforschen, wie künftig Pflanzenproduktion aussehen kann, werden die Themen Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien sicht- und greifbarer “, sagt Mathias Rudolph, Professor für Industrielle Messtechnik an der HTWK Leipzig und Projektleiter. „Mit der Auszeichnung erhoffen wir uns zudem, dass auch an anderen Standorten, insbesondere an Schulen, Agri-Photovoltaik ausprobiert und über die Vor- und Nachteile diskutiert wird.“

Bei Agri-Photovoltaik (Agri-PV) werden gleichzeitig auf einer Fläche Pflanzen für die Landwirtschaft angebaut und Strom mit Photovoltaikanlagen produziert. So lassen sich Flächen effizienter nutzen. „Außerdem unterstützt Agri-PV die Digitalisierung der Landwirtschaft. Beispielsweise könnten für eine nachhaltige Landwirtschaft statt Pestiziden Roboter eingesetzt werden, die Unkraut zupfen. Ihre benötigte Energie könnten sie über die PV-Anlagen erhalten“, erklärt Julian Hofbauer, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HTWK Leipzig.