"Meine Erwartungen wurden in allen Bereichen übertroffen" – Karola Wagner über ihre Reise nach Irland
Seit einigen Jahren unterstütze ich nun schon Studierende der HTWK Leipzig auf ihrem Weg ins Ausland, indem ich ihr Sprachlevel in Englisch teste und die für den Auslandsaufenthalt notwendigen Sprachzertifikate ausstelle. So höre ich viel über ihre Pläne, die Aufregung, die Erwartungen. Und es erinnert mich auch immer wieder an meine eigene Erasmuszeit, die nun schon 20 Jahre zurückliegt. Erst leise, dann aber immer deutlicher wuchs in mir der Wunsch, dies auch noch einmal zu erleben: Ich wollte ins englischsprachige Ausland, vielleicht Irland und ich wollte dabei etwas lernen.

Die Gelegenheit dazu bekam ich durch Erasmus+, ein Programm der EU, das es auch Mitarbeitenden ermöglicht, beruflich Zeit im Ausland zu verbringen. Mein Ziel fand ich schon am Anfang der langen Liste bei staffmobility.org: University College Cork (UCC) Irland. Ein Workshop zu KI und Unterricht in der letzten Juliwoche. Perfekt!
Dank der wunderbaren Organisation von Silke Mühl, Leiterin des Akademisches Auslandsamtes, wusste ich schnell, welche Unterlagen es auszufüllen galt und konnte mich an die Vorbereitungen machen. Einen Tag nach meiner schriftlichen Prüfung sollte es losgehen. Viel Zeit für die inhaltliche Vorbereitung blieb also nicht, dafür hatte ich aber bei mehr als einem Tag Anreisezeit – Direktflüge nach Cork sind schwer zu bekommen – genügend Zeit.
Das Teachertraining selbst wurde vom Language Center des UCC veranstaltet. Dort angekommen, fand ich mich in „the busiest time of the year“ wieder. Der Zeit nämlich, in der hunderte vor allem jüngere Menschen in verschiedenen Kursen an ihren Englischfertigkeiten arbeiten.

In einer kleinen Gruppe von erfahrenen Lehrkäften aus Spanien, Italien, Polen und der Türkei durfte ich unter dem Motto „Harnessing the power of generative AI and other digital tools for the 21st century classroom” („Die Nutzung des Potenzials generativer KI und anderer digitaler Werkzeuge für das Klassenzimmer des 21. Jahrhunderts“) in einer Woche viel Neues lernen: über effektives Prompten, das Erstellen von Lehrmaterialien, bis hin zum Einsatz der KI im Unterricht selbst. Wir bekamen die Gelegenheit zu hospitieren und an eigenen Materialien zu arbeiten. Dabei tauschten wir uns über unsere Erfahrungen, Herangehensweisen, Probleme und die Zukunft des Unterrichts aus. Trotz des Fokus auf KI wurde auch unser Vertrauen in unsere Fähigkeiten als Lehrkräfte gestärkt, unser Beruf ganzheitlich betrachtet und die KI nicht als Selbstzweck genutzt.
In Irland konnte ich außerdem genau das tun, was ich meinen Studierenden im Unterricht versuche zu vermitteln: Fachinhalte auf Englisch diskutieren und mich mit Kollegen und Kolleginnen austauschen.
Die Nachmittage nutzten wir, um Stadt und Umgebung näher kennenzulernen. Ein Bus brachte uns als Teil des Kulturprogramms auch an einen weiter abgelegenen See mit atemberaubender Natur und köstlichem Carrot Cake. Am Ende der Woche fuhren wir auf eigene Faust noch in einen nahgelegenen Fischerort.
Ich habe eine ausgefüllte Woche erlebt. Meine Erwartungen wurden in allen Bereichen übertroffen. Der Kurs selbst war sehr inspirierend und ich konnte viel für meinen eigenen Unterricht mitnehmen. Ich bin dankbar für die Kontakte, die ich knüpfen durfte und nicht zuletzt dafür, nach langer Zeit wieder das Sehnsuchtsland meiner Jugend besucht haben zu dürfen.
Fotos: Karola Wagner

Bis 15.12.2026 für die Erasmus+ Personalmobilität 2027 anmelden!
Auch im kommenden Jahr haben Beschäftigte der HTWK Leipzig wieder die Möglichkeit, am Erasmus+ Programm (EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und berufliche Bildung, Jugend und Sport in Europa) teilzunehmen und über das Akademische Auslandsamt (AAA) eine finanzielle Förderung für Lehr- oder Fortbildungsaufenthalte im Ausland zu beantragen.
Interessierte können bis zum 15.12.2026 für Auslandsmobilitäten im kommenden Jahr beim AAA einen Förderantrag stellen. In begründeten Ausnahmefällen sind Nachanträge auch im Jahresverlauf 2027 noch möglich.
