Bereits zum Auftakt ausgelastet: Bachelorstudiengang „3D-Druck & Funktionale Oberflächen“ verbindet additive Fertigung, Materialwissenschaften und funktionale Beschichtungen.
Leipzig, 8. Oktober 2026. Erfolgreiche Premiere an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig): Zum Wintersemester 2026/27 hat der erste Jahrgang im neuen Bachelorstudiengang „3D-Druck & Funktionale Oberflächen“ sein Studium aufgenommen. Das Studienangebot ist bereits zum Start ausgelastet. Damit erweitert die Hochschule ihre ingenieurwissenschaftliche Ausbildung um ein Fachgebiet, das neue Möglichkeiten für die Entwicklung und Herstellung industrieller Produkte eröffnet.
Zum Auftakt begrüßte Studiendekan Prof. Dr. Ingo Reinhold die neuen Studierenden und ein erster kleiner Praxisworkshop gab ihnen einen Einblick in die Vielfalt moderner Drucktechnologien. In den kommenden sieben Semestern lernen sie, aus digitalen Entwürfen funktionsfähige Produkte zu entwickeln – von der Auswahl geeigneter Materialien über die Fertigung bis zur Prüfung der Produkteigenschaften. Das Studium schließt mit dem Bachelor of Engineering ab und umfasst ein integriertes Praxissemester.
Im Mittelpunkt steht die Verbindung zweier eng verwandter Technologiefelder: Während beim 3D-Druck Bauteile Schicht für Schicht entstehen, erhalten Oberflächen durch gezielt aufgebrachte Schichten zusätzliche Eigenschaften. Sie können beispielsweise elektrischen Strom leiten oder als Sensoren dienen. Werden beide Ansätze kombiniert, entstehen Bauteile, die Form und Funktion clever miteinander verbinden. Der Studiengang vermittelt das Wissen, um solche Anwendungen zu konstruieren, passende Werkstoffe auszuwählen und die erforderlichen Produktionsprozesse zu gestalten.
„Mit diesem Studiengang schöpfen wir das wahre Potenzial von Drucktechnik aus“, erklärte Reinhold bereits bei der Vorstellung des Studienangebots im April. Die Ausbildung greift den Bedarf der Industrie an Fachkräften auf, die Materialien, Fertigungsverfahren und digitale Prozesse zusammenführen und für neue Anwendungen nutzbar machen können.
Das Curriculum verbindet naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Grundlagen mit Materialwissenschaften, Konstruktion und computergestütztem Design. Hinzu kommen zwei- und dreidimensionale Druckverfahren, die Funktionalisierung von Oberflächen sowie Programmierung, Automatisierung und Qualitätsmanagement. Praktika, Laborübungen und Projekte ermöglichen es den Studierenden, das erworbene Wissen praktisch anzuwenden. In der sechsmonatigen Praxisphase sammeln sie Erfahrungen im beruflichen Umfeld und knüpfen Kontakte zu möglichen späteren Arbeitgebern.
Ein starkes Forschungsumfeld ergänzt das neue Studienangebot. Am 10. Juni 2026 eröffnete die HTWK Leipzig das „Additive Multimaterial Manufacturing“-Labor, kurz AM³. Mit einem Bio-Printer, einem pulverbasierten Polymer-3D-Drucker und einer Anlage zur Untersuchung von Pulvereigenschaften können Forschende unterschiedliche Materialien und Fertigungsschritte miteinander verbinden. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Großgeräte unterstützen eine durchgängige Betrachtung von der Materialentwicklung bis zum fertigen Bauteil. Anwendungsfelder reichen vom Maschinen- und Anlagenbau über gedruckte Elektronik bis zur medizinischen Sensorik und Diagnostik.
Für die künftigen Absolventinnen und Absolventen eröffnet sich ein breites berufliches Spektrum: Sie können unter anderem in der Produktentwicklung, Anwendungstechnik und Prozessoptimierung tätig werden – etwa in der Medizin- und Energietechnik, der Elektronik-, Automobil- oder Verpackungsindustrie. Die Verbindung von 2D- und 3D-Druck bereitet sie darauf vor, etablierte Fertigungsverfahren weiterzuentwickeln und neue Einsatzmöglichkeiten zu erschließen.

