AUSSTELLUNG Ostmoderne.Kultur-Orte: UmBaukultur des industrie–kulturellen Erbes in Dresden, Chemnitz, Leipzig
Wie entwickeln und verändern sich Häuser, die als Kultur-Orte geplant wurden oder durch Umnutzung zu Kultur-Orten werden? Angesichts dieser Frage beschäftigt sich die Ausstellung mit Transformationsprozessen ausgewählter Bauten, wobei Potenziale, Erfolge und Herausforderungen im Umgang mit den Zeugnissen des baukulturellen Erbes der DDR-Moderne und des industriellen Bauens im Zentrum stehen. Ihre Rezeption hat sich durch die jüngeren Debatten zu Umbaukultur, Kulturerbe und Bauwende merklich verändert – ein Wertewandel ist festzustellen. Doch trotz erfolgreichen Engagements für diese Architekturen und gelungener Umbauprojekte bleibt der Erhalt prägender Bauten nach wie vor herausfordernd, denn Immobilienmarkt und Stadtplanung erheben Ansprüche an den Bestand.
Sechs unterschiedliche Projekte der aktuellen Debatte zeigen die Vielfalt von Umbaukultur und werden hinsichtlich ihrer kulturellen Nachhaltigkeit und urbanen Identitätsbildung betrachtet: die Transformation von der Robotron-Kantine zum Kunsthaus und die Translokation des Pinguin-Cafés zur BuGA 2033 in Dresden; die Wertschätzung und Herausforderungen für die Stadthalle und das Hotelhochhaus sowie die Kontroversen um das Schauspielhaus in Chemnitz; die Club-Umnutzung einer zur Disposition stehenden Messehalle und der Umbau des ehemaligen Bowlingtreffs zum Naturkunde-Museum in Leipzig.
Die Ausstellung beleuchtet anschaulich die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der sechs exemplarischen Bauten: Kurzportraits mit Bildern, Plänen aus den 1970er- und 1980er-Jahren veranschaulichen die Entstehungszeiten. Chronologische Illustrationen wiederum machen die Debatten um die Ostmoderne der letzten zwanzig Jahre greifbar und stellen Erhaltungsinitiativen in Bildern und Notizen vor. Den gegenwärtigen Zustand illustrieren großformatige Fotografien von Louis Volkmann. Abschließend werden die Zukunftsperspektiven bzw. bereits realisierte Umbauten anhand aktueller Architekturmodelle und Pläne präsentiert.
Who cares? Das Ausstellungsprojekt und das begleitende Programm mit Gesprächen, Diskursen und Rundgängen setzen sich auch mit folgenden Fragen auseinander: Wer initiiert und wer befördert wie die Debatten zu diesem Thema? Wer engagierte sich und entwickelte neue Perspektiven für eine Transformation dieser Bauten? Die Initiativen und Rezeptionsprozesse von Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Kunst, Architektur, Denkmalpflege und Baukultur werden dargestellt, um ihre Rolle als Impulsgebende zu betrachten. Welchen Einfluss haben sie auf bau- und kulturpolitische Entscheidungen? Was lässt sich auf andere Projekte übertragen?
Ausstellung Ostmoderne.Kultur–Orte von Ute Frank-Ehret, Annette Menting, Katrin Tauber, Birte Schäfer, Lurette Seyde und Louis Volkmann.
Ein kooperatives Ausstellungsprojekt von:
Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA Sachsen / Fakultät Architektur und Sozialwissenschaften der HTWK Leipzig / Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung der Landeshauptstadt Dresden / ZfBK Zentrum für Baukultur Sachsen
Weitere Netzwerkpartner für das Begleitprogramm:
Dezernat Stadtentwicklung und Bau der Stadt Leipzig / Dezernat Stadtentwicklung und Bau der Stadt Chemnitz / Sächsische Akademie der Künste / Landesamt für Denkmalpflege Sachsen / Architektenkammer Sachsen
