Zwei Gymnasiasten beim Regionalwettbewerb Nordwestsachsen auf dem Siegertreppchen – MNZ unterstützte vorab
Beim „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb Nordwestsachsen waren zwei Schüler sehr erfolgreich, die zuvor vom Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Zentrum (MNZ) der HTWK Leipzig betreut wurden: Maurice-Léon Schwinger vom Wilhelm-Ostwald-Gymnasium Leipzig und Fabian Wagner vom Gymnasium Neue Nikolaischule Leipzig. Der Wettbewerb fand Ende Februar an der Universität Leipzig statt.
Jochen Merker, Professor für Analysis und Optimierung und Leiter des MNZ, hatte2025 beide Schüler im Rahmen ihrer „Besonderen Lernleistung (BeLL)“ betreut. Die BeLL ist eine anspruchsvolle, meist einjährige Hausarbeit in der gymnasialen Oberstufe (Sek II), die anstelle einer mündlichen Abiturprüfung eingebracht werden kann.
Beim „Jugend forscht“ Wettbewerb in diesem Jahr hatten sowohl Maurice-Léon Schwinger als auch Fabian Wagner jeweils eine erweiterte Fassung ihrer BeLL eingereicht.
Fabian Wagner belegte den 1. Platz in Physik und wurde zudem mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Sparkasse Leipzig geehrt; Ende März fährt er nach Chemnitz zum Landeswettbewerb. Sein Thema waren sogenannte Hamiltonsche Systeme, die unter anderem die Himmelsmechanik modellieren können und eine Vorhersage von Bewegungen erlauben. Genauer hat er eine Methode untersucht, mit der man in solchen Systemen invariante Mannigfaltigkeiten finden kann wie z.B. Bewegungsbahnen, auf denen man ohne Antrieb von einem Himmelskörper zu einem gewünschten Ziel gelangen kann.
Maurice-Léon Schwinger belegte den 2. Platz in Mathematik mit einer Arbeit zum Thema Maschinelles Lernen. Darin hat er untersucht, wie stark nach dem Erlernen eines dynamischen Systems die Vorhersage des nächsten Zustands von den zum Training genutzten Daten abhängt, und ob diese Stärke der Abhängigkeit - Sensitivität genannt - von den Trainingsdaten auch Schlussfolgerungen auf die Vorhersagequalität zulässt. Ganz analog ist dies auch bei Sprachmodellen interessant, die das nächste Wort vorhersagen und denen oft Voreingenommenheit aufgrund einer Überrepräsentation von Texten kleiner Bevölkerungsgruppen beim Training vorgeworfen wird.
„Sowohl Fabian Wagner als auch Maurice Schwinger waren während der Bearbeitung Ihrer BeLL sehr wissbegierig und haben dadurch schon in Ihrer Schulzeit einen Einblick in interdisziplinäre mathematische Forschung gewinnen können. Ihre Erfolge beim ‚Jugend forscht‘-Wettbewerb belegen, dass sie bereits ein hohes mathematisches Niveau erreicht haben“, so Prof. Jochen Merker.
Während der gemeinsamen BeLL-Bearbeitung hat er sich alle zwei Wochen für ein bis zwei Stunden mit jedem der beiden Schüler getroffen.
Die beiden sind nicht die ersten Talente, die Merker auf ihrem Weg in die Wissenschaft begleitet.
„Die Förderung begabten wissenschaftlichen Nachwuchses ist mir und der HTWK Leipzig ein besonderes Anliegen, da das Erwecken und Weiterentwickeln von Forschungsinteressen gerade im MINT-Bereich zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beiträgt, Innovationen vorantreibt und zu den Aufgaben unserer technisch orientierten Hochschule gehört.
Hintergrund:
Den Wettbewerb „Jugend forscht“ ist Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb. Er wurde vor mehr als 50 Jahren ins Leben gerufen.
Ziel ist, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, Talente zu finden und zu fördern. Pro Jahr gibt es bundesweit mehr als 120 Wettbewerbe. Schirmherr ist der Bundespräsident.

