Professorin Kerstin Keller-Loibl und Tutor Konrad Sehnert ausgezeichnet

Gute Lehre und die Menschen dahinter sichtbar zu machen – das ist das Ziel des HTWK-Lehrpreises. Die Auszeichnungsveranstaltung vermittelt alljährlich Einblicke in aktuelle Lehrkonzepte und Formate, Herangehensweisen und Herausforderungen in der Lehre. Vorschläge für den Preis kommen ausschließlich von der “Zielgruppe” – den Studierenden.
Am 20. Mai 2026 wurde der Preis zum vierten Mal vergeben: Prof. Kerstin Keller-Loibl (FIM) wurde für ihr Lehrkonzept “Bibliotheksarbeit mit Kindern und Jugendlichen” ausgezeichnet. Außerdem wurde in diesem Jahr erneut – und damit zum zweiten Mal – ein Sonderpreis für tutorielle Lehre vergeben. Er ging an Konrad Sehnert, Maschinenbau-Masterstudent (FING) für das Tutorium “Technische Mechanik /Festigkeitslehre”.
Prof. Axel Klarmann, Prorektor für Bildung, betont: „Lehre ist unser ‚Kerngeschäft‘, unser Hauptauftrag als Hochschule. Die Studierenden liegen uns sehr am Herzen und gute Lehre ist für sie essenziell – aber manchmal im Alltag ‚unsichtbar‘. Sie geschieht in Räumen oder online, ruhig und fokussiert. Daher ist es umso wichtiger, zu zeigen, was gute Lehre für die Studierenden bedeutet, was sie unterstützt und motiviert, damit sie ihr Studium gut bewältigen. Daher verdient gute Lehre unser aller Wertschätzung, vor allem die der Studierenden – dafür ist dieser Preis gedacht.“
Prof.in Kerstin Keller-Loibl

Sie war schon mehrfach von Studierenden für den Lehrpreis vorgeschlagen worden. Hervorgehoben wurde, dass sie eine “engagierte Lehrperson ist, die die Studierenden gut mitnimmt”, so aus der Begründung der Jury, die Prorektor Prof. Axel Klarmann vortrug. Sie nutze verschiedene Methoden und Werkzeuge, lehre ansprechend und motivierend.
“Bibliotheken, vor allem öffentliche, haben sich in den vergangenen Jahren sehr gewandelt: Sie werden immer mehr zu sogenannten ‘dritten Orten’, wo viele verschiedende Veranstaltungen stattfinden, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Die Lehre muss sich an solche neuen Entwicklungen anpassen, Kompetenzen und Kreativität der Studierenden entsprechend entwickeln. Neben der Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten ist für mich ein wichtiges Ziel, die Studierenden zu befähigen, kritisch und selbstständig zu denken. Künftige Bibliothekspädagoginnen und Bibliothekspädagogen sollten sich aus meiner Sicht durch bestimmte Eigenschaften und Kompetenzen auszeichnen. Dazu gehören unter anderem Begeisterungsfähigkeit, Neugier, Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und Sozialkompetenz”, so die Preisträgerin. Sie stellte ausführlich ihr ausgezeichnetes Lehrkonzept vor und betonte, wie wichtig Freude, Wertschätzung und eine “lernförderliche Atmosphäre sind: ”Man darf auch mal was falsch machen – Probleme gemeinsam zu lösen bringt einen weiter", so Keller-Loibl.
Die Studierenden würdigten die Kombination eines “hochwertigen, forschungsbasierten Curriculums mit innovativen Methoden und einer tiefen Wertschätzung für die kreativen Beiträge der Studierenden. Es bildet die Studierenden nicht nur inhaltlich, sondern auch methodisch und persönlich hervorragend für die Herausforderungen der modernen Bibliotheksarbeit aus.”
Mit dem Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro möchte die Professorin kleine Roboter für ihr Modul anschaffen.
Konrad Sehnert

Ihm wurde das Lehren offenbar in die Wiege gelegt: schon seine Eltern und Großeltern waren Lehrer bzw. Lehrerin. “Ich habe mir proaktiv den Job des Tutors gesucht und mache das einfach gern”, so Sehnert. Sein Tutorium “Technische Mechanik 2: Festigkeitslehrestellte” hält er für die 2. Semester im Bachelorstudiengang Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen. “Ich hatte in diesem Fach selbst manchmal Probleme. Aus dieser Erfahrung heraus weiß ich, wo die Stolpersteine sind und welche Bedürfnisse die meisten Studierenden haben”, betonte er. Auch er stellte sein Lehrkonzept vor und begründete, wie er Übungsaufgaben inhaltlich und formal aufbaut: “Mir sind Verständlichkeit und Anschaulichkeit wichtig, damit die Studierenden alles Schritt für Schritt leicht nachvollziehen und verstehen können. Wir machen alles zusammen”, so Sehnert.
Die Jury würdigte diese motivierende Herangehensweise, die Studierende an die Hand nimmt und die zugleich “didaktisch untersetzt ist – wie bei Profs”, so Prorektor Klarmann. Das dürfte einer der Gründe sein, warum Studierende den Vorschlag einreichten. Sie lobten, dass Sehnert habe das Tutorium engagiert und aus Leidenschaft geleitet habe. “Wir Studierenden konnten alle vorgesehenen Lerninhalte durch seine Hilfe und Geduld bis ins letzte Detail verstehen und anwenden. Konrad hatte Geduld, Zielstrebigkeit und Verständnis und war stets auch außerhalb der Tutorienzeit für jegliche Fragen offen”, so der Auszug aus der Begründung einer Einreichung.
Nominiert für den HTWK-Lehrpreis 2026 waren außerdem :
- Dr. Katrin Schubert (MNZ): Mathematik
- Prof. Christian Ide (FIM): SQM Experimentelle Typografie
- Prof. Konstantin Weise (FING): Grundlagen der Elektrotechnik
- Prof. Jana Voigt (FB): Stahlbetonbau
- Prof. Steffen Hundt (FWW): Finanzwirtschaft
Hintergrund
Mit dem Preis wurde zum vierten Mal gute Lehre an der HTWK Leipzig gewürdigt. Die Vorschläge kommen fast vollständig aus den Reihen der Studierenden, einige auch von Mitarbeitenden der HTWK Leipzig. Eine Jury – bestehend aus Lehrenden, einer Studentin und Hochschuldidaktikerin Franziska Amlung – nominiert aus allen Einreichungen die besten Lehrkonzepte, die in einem öffentlichen Posterrundgang präsentiert werden.
Insgesamt waren für den diesjährigen Lehrpreis von den Studierenden 54 Vorschläge eingegangen. Nach Prüfung aller Voraussetzungen waren schließlich 16 Personen mit 17 Konzepten in der engeren Auswahl, die von der Jury bewertet wurde.
Aus dieser Gruppe der Nominierten wird letztlich der Lehrpreisträger bzw. die Lehrpreisträgerin gekürt. Im Herbst 2026 startet die neue Einreichungsrunde.
Erster Lehrpreisträger war 2023 Physikprofessor Guido Reuther, 2024 ging der Preis an Dr. Volker Gruhne, 2025 an Justyna Daniel (Sonderpreis Tutorium) und Prof. Andreas Thor.
Alle Fotos: Anne Schwerin













