Vierte Kurzfilmwoche an der Fakultät Informatik und Medien der HTWK Leipzig – Filmpremiere in der „Kinobar Prager Frühling“ Leipzig
Fünf Tage von Produktionsbeginn bis zur Premiere, und an allen entscheidenden Positionen sind Frauen in der Verantwortung: Die diesjährige Kurzfilmwoche 72|72 an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) zeichnet sich durch eine „Female-Led Produktion“ aus. Dies war zunächst nicht geplant – das Team hat sich selbst so organisiert. Marlene Pietsch übernimmt als erste Regisseurin des Projekts 72|72 die Regie und hat zudem das Drehbuch geschrieben.
„Ich finde es großartig, wie eine Idee durch die Menschen hier, so zum Leben erweckt werden kann“, sagt Pietsch. Die Zeit vor und während der Produktion sei für sie „stressig, aber schön“ gewesen. Auch Kamerafrau Isabell Reitler sieht einen Unterschied zu anderen Filmsets: Sie fühle sich auf „menschlicher Ebene unterstützt“ und empfinde die „Wertschätzung untereinander“ als besonders groß.
Herstellungsleiter Sebastian Gomon zeigt sich ebenfalls begeistert, dass in diesem Jahr fast alle Gewerke von Frauen geleitet werden. “In der Branche nehmen zwar frauengeführte Produktionen zu, doch Standard ist das noch lange nicht“, so Gomon.
Neben der Zusammensetzung des Teams stellt auch die Produktion selbst alle Beteiligten vor eine besondere Herausforderung. In nur einer Woche im August begeben sich 30 Studierende der Studiengänge Medientechnik und Medienproduktion auf eine halsbrecherische Reise: Sie wollen das Unmögliche möglich machen. In 72 Stunden sollen 72 Sekunden Film entstehen, so zumindest die ursprüngliche Idee. In den vergangenen drei Jahren hat sich das Projekt aber stark weiterentwickelt – der Kurzfilm des vergangenen Jahres erreichte bereits eine Länge von mehr als sechs Minuten.
Gedreht wird seit Dienstag und noch bis einschließlich heute in verschiedenen Gebäuden der HTWK Leipzig. Nach Drehschluss wandert das Material täglich direkt in den Schnitt. Dort werden Ton und Farbkorrekturen bis spät in die Nacht bearbeitet, damit der Kurzfilm zur Premiere steht.
„Bestimmung“ – die Geschichte
Neben der Arbeit hinter den Kulissen sorgen auch die Schauspielenden dafür, dass die Geschichte von „Bestimmung“ innerhalb kürzester Zeit zum Leben erweckt wird. Aus insgesamt sechs Drehbüchern wurde der Plot von den Teilnehmenden gewählt: Protagonistin Hanna ist eine talentierte, aber erfolglose Schauspielerin, die bereit ist, alles zu tun, um die nächste Hauptrolle zu ergattern. Nach Jahren der Ablehnungen und ständiger Kritik beginnt sie, sich nur noch mit den Rollen zu identifizieren, für die sie gerade vorspricht. Doch letztendlich erinnert sie ihr Spiegelbild („Annah“) jedes Mal daran, wer sie wirklich ist – eine Versagerin, eine erbärmliche Witzfigur, die verzweifelt nach Aufmerksamkeit sucht. Da Annah immer mehr Kontrolle über Hanna gewinnt, begibt sie sich auf eine Gratwanderung zwischen Wahnsinn und Selbstzerstörung.
Vor der Kamera verkörpert die freischaffende Schauspielerin Marleen Müller die Rolle der Hanna beziehungsweise Annah. In den Nebenrollen sind Leni Weigand als Casting-Agentin und Sven Glatzmaier als Regisseur. Darüber hinaus wirken zahlreiche Komparsinnen mit.

Premiere: Freitag, 28. August 2026, 17:00 Uhr, „Kinobar Prager Frühling“, Haus der Demokratie, Bernhard-Göring-Straße 152
Der Eintritt ist frei, die Plätze sind jedoch begrenzt, Reservierung unter: lisa.frauendorf (at) htwk-leipzig.de
Die Filme der vergangenen Jahre können auf dem Youtube Kanal unter https://www.youtube.com/@HTWKFIMMTBMPB aufgerufen werden.
