Deborah Süß für Entwurf einer klimaangepassten Busstation in Leipzig ausgezeichnet
Deborah Süß, Architekturstudentin der HTWK Leipzig, erhielt Gold für ihren Entwurf Kühlturm: Die Busstation am Bayerischen Platz in Leipzig verbindet industrielle Formensprache mit persischen Prinzipien passiver Kühlung. Gedrehte Backsteine leiten kühle Winde ins Innere und schaffen einen öffentlichen Rückzugsort.
„Wir haben das Projekt ‚Kühlturm‘ mit Gold ausgezeichnet, weil es mit dem Material Backstein eine neue und für unsere Städte immer wichtiger werdende Funktion schafft: einen öffentlichen Ort der Kühlung, der zugleich Aufenthaltsraum und Busstation – also zugänglich für alle ist“, begründet die Jury ihre Entscheidung.
Deborah Süß erfuhr von der Auslobung des Erich-Mendelsohn-Preis durch die Auseinandersetzung mit dem Architekten Jurek Brüggen, der im Jahr 2023 den Newcomer-Preis gewann. “Schon allein die Platzierung auf der Shortlist hat mich enorm gefreut, dementsprechend war ich freudig überrascht über die Auszeichnung mit Gold", erzählt die frisch ausgezeichnete Studentin.
Der Kühlturm ist im Entwurfsstudio Budenzauber von Florian Voigt entstanden, der Gastdozent im Sommersemester 2024 war. “Mich haben besonders der Backstein als Material und die Skulpturalität, also Massen, die zueinander in Beziehung stehen, interessiert. Zudem ist Hitze eines der drängensten aktuellen Probleme und Architektur kann durch geringe Eingriffe in den Stadtraum Linderung schaffen. Zum Ort habe ich direkten Bezug, da ich dort in einer Praxis arbeite. Unsere älteren Patient*innen wohnen unmittelbar um den Bayerischen Platz und sind stark von Hitze, fehlender Verschattung und mangelnder Sitzmöglichkeiten betroffen”, erläutert Deborah Süß ihren Entwurf.
Der Erich-Mendelsohn-Preis für Backstein-Architektur wird alle drei Jahre ausgelobt. In diesem Jahr waren insgesamt 533 Projekte aus mehr als 40 Ländern zur siebten Ausschreibung des Wettbewerbs eingereicht worden. Die international besetzte Jury wählte daraus 99 Arbeiten in den Hauptkategorien sowie 20 in der Kategorie Newcomer für die Shortlist aus, aus der sie anschließend die Gewinner bestimmte. Bei der Bewertung zählten drei Kriterien: der gestalterische und konstruktive Einsatz des Materials, der Umgang mit dem Bestand sowie die Berücksichtigung sozialer Aspekte.


